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Mittelständler Pittler T+S : Warnstreik für Übernahme

Kampfbereit: Beschäftigte von Pittler T+S in Dietzenbach Bild: IG Metall

Gemeinhin demonstrieren Beschäftigte nicht für eine Übernahme – in diesem Fall aber schon: Die Mitarbeiter des Mittelständlers Pittler T+S wollen, dass die Firma den Tarifvertrag der hessischen Metallindustrie anwendet.

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          Beim Dietzenbacher Maschinenbauer Pittler T+S standen am Dienstag kurzzeitig die Maschinen still. Alle 65 Mitarbeiter waren zur Mittagszeit in einen Warnstreik getreten, um die komplette Übernahme des Tarifvertrags der hessischen Metallindustrie einzufordern. Zuvor seien die Verhandlungen mit dem Management gescheitert, teilte die Gewerkschaft IG Metall mit.

          Falk Heunemann

          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Arbeitnehmer verlangen vor allem die Anerkennung der im Tarifvertrag festgelegten Sonderzahlung von jährlich 27,5 Prozent eines Monatsgehalts, die in acht freie Tage umgewandelt werden kann, sowie der Pauschale von 400 Euro. Der Tarifabschluss war im Frühjahr 2018 vom Arbeitgeberverband Hessenmetall und der Gewerkschaft ausgehandelt worden. Pittler übernimmt den Tarifvertrag seit 2002 nicht unmittelbar, sondern orientiert sich an ihm.

          Das Unternehmen gehört zur Dietzenbacher DVS-Gruppe mit insgesamt 1300 Mitarbeitern und 13Tochterunternehmen. Dazu zählt die ebenfalls in dem Ort ansässige Firma Diskus-Werke. Nach Angaben der IG Metall ist diese DVS-Tochter bereits 2008 aus dem Arbeitgeberverband ausgetreten und orientiert sich seitdem nicht mehr am Tariflohn. Gewerkschaftsvertreter warfen dem Management vor, die Belegschaften der Tochterunternehmen gegeneinander ausspielen zu wollen.

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