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Vorwurf von Foodwatch : Sabotiert Frankfurt den Hygiene-Pranger?

Lebensmittel sauber gelagert? Ein Kontrolleur bei der Arbeit Bild: dpa

Die Verbraucherorganisation Foodwatch wirft der Stadt Frankfurt vor, das Portal „Topf Secret“ zu sabotieren. 450 Anträge auf Auskunft zu Hygienekontrollen wurden abgelehnt. Und die Sache wird nicht einfacher.

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          Mit der Lebensmittelkontrolle in Hessen steht es nicht zum Besten. Das hat der Skandal um die Wurstfabrik Wilke gezeigt, der bisher mit drei Todesfällen in Zusammenhang gebracht wird. Zur Aufklärung in erheblichem Maße mit beigetragen hat die Verbraucherorganisation Foodwatch. Die Essensretter, wie sich der Oktober 2002 in Berlin vom ehemaligen Greenpeace-Geschäftsführer Thilo Bode gegründete Verein im Untertitel nennt, macht den Behörden seit einem Jahr aber auch in anderer Hinsicht Beine – und jede Menge Arbeit.

          Petra Kirchhoff

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Am morgigen Dienstag ist es ein Jahr her, dass Foodwatch zusammen mit der Initiative Frag-den-Staat das Portal „Topf Secret“ freigeschaltet hat. Darüber können Verbraucher mit wenigen Klicks bei Behörden nach den Ergebnissen von Lebensmittelkontrollen in ihrem Lieblingslokal fragen – und die Antworten anschließend auf dem Portal hochladen. Auf diese Weise will der Verein für genau die Transparenz sorgen, die er bei der Lebensmittelkontrolle trotz der Veröffentlichung von erheblichen Hygieneverstößen auf öffentlichen Portalen (siehe Kasten) vermisst. Nur ein Bruchteil der Beanstandungen wird nach der Foodwatch-Kritik bisher veröffentlicht. Die Organisation fordert seit Jahren ein Smiley-System nach dänischem Vorbild, bei dem die negativen wie positiven Ergebnisse gleich an der Eingangstür von Restaurants und Läden ausgehängt werden. „Unsere Plattform ist eine Notwehrmaßnahme“, sagt ein Foodwatch-Sprecher.

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