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Bad Vilbeler Stada-Konzern : Mehr Tabletten aus Vietnam für den deutschen Markt

Die Stada-Zentrale in Bad Vilbel Bild: Wolfgang Eilmes

Unter der Führung von Finanzinvestoren kehrt der Bad Vilbeler Arzneimittelhersteller Stada auf den Wachstumspfad zurück. Eine neue Fabrik in Vietnam soll der Lieferfähigkeit dienen.

          Im Spätherbst des vergangenen Jahres haben die Finanzinvestoren Bain und Cinven den Pharmakonzern Stada nach längerem Hin und Her von der Börse genommen. Erklärtes Ziel: deutliches Wachstum. Und das ohne den mittelbaren Einfluss anderer Investoren auf das Management, dem börsennotierte Gesellschaften gemeinhin unterliegen. Das scheint zu funktionieren. Wie Stada berichtet, hat der Hersteller von Nachahmermitteln (Generika) und anderen Gesundheitsprodukten wie dem Erkältungsmittel Grippostad und Ladival-Sonnenschutz im ersten Halbjahr elf Prozent mehr Umsatz erwirtschaftet als vor einem Jahr. Der um Sondereinflüsse bereinigte Betriebsgewinn sei um 13 Prozent geklettert. Unter anderem haben die Hessen ein Krebsmittel neu an den Markt gebracht.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Für den weiteren Geschäftsverlauf zeigt sich Vorstandschef Peter Goldschmidt zuversichtlich. Der Fokus auf Wachstum sei „Kern unserer Unternehmenskultur“, wird er in einer am Morgen versandten Mitteilung zitiert. Wie es weiter heißt, konnte Stada sein Führungsteam „mit hochkarätigen internationalen Kandidaten erweitern“. Dies interpretiert Stada als Ausweis, vermehrt als bevorzugter Arbeitgeber wahrgenommen zu werden.

          Der Umsatz legte demnach auf 1,26 Milliarden Euro zu, der Betriebsgewinn auf 295 Millionen Euro. Stada habe in wichtigen europäischen Märkten wie Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Italien zugelegt und dort starke Marktanteilsgewinne erzielt. „Gutes“ Wachstum haben die Hessen demnach in weiteren Teilen Europas, im Nahen Osten und in Asien verzeichnet. In den Jahren zuvor war Stada eher in Übersee gewachsen als in Kerneuropa.

          Neue Fabrik in Vietnam

          Die Kostenvorteile Asiens gegenüber Europa wird Stada künftig durch eine Investition in Vietnam nutzen. Dort hat der Konzern eine Fabrik gebaut und kürzlich in Betrieb genommen. Diese Fabrik könne mehrere Milliarden Tabletten herstellen und werde auch den europäischen Markt beliefern. Auch unter früheren Vorständen wie dem langjährigen Konzernchef Hartmut Retzlaff hatte Stada schon in Asien in Produktionsstätten investiert.

          Auch die neue Investition soll der Lieferfähigkeit dienen, wie Stada erläutert. In jüngster Zeit hatte die Abhängigkeit vom asiatischen Ausland bei Generika immer wieder zu Lieferengpässen geführt.

          Für Ende August kündigt Goldschmidt die Markteinführung eines biotechnisch hergestellten Mittels gegen Osteoporose an. Es soll in 24 Ländern ausgeboten werden. Dazu werde es eine neue Variante von Grippostad in Deutschland geben - rechtzeitig vor der neuen Erkältungszeit.

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