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Vom Banker zum Masseur : Wie ein später Jobwechsel gelingt

Handarbeit: Das schätzt Thomas Trinter an seiner neuen Arbeit als Masseur. Bild: Frank Röth

Thomas Trinter hat den beruflichen Neustart gewagt. Wie er fragen sich immer mehr Menschen: Macht mich die Arbeit noch glücklich? Doch ein Ausstieg sollte wohl überlegt sein.

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          Es duftet nach Zimt, als Thomas Trinter den Tee einschenkt. Ein Chai, die Mischung hat er in Indien bestellt. Auf dem kleinen Holztisch hebt eine goldene Buddhafigur die Hand, wie zum Gruß, die Augen sind geschlossen. Mit ruhiger Stimme beschreibt Trinter seinen Tagesablauf als Masseur: aufstehen um 4.30 Uhr, dann Yoga, Meditation und Selbstmassage. Der erste Kunde kommt gegen 11 Uhr in die ayurvedische Praxis im Frankfurter Nord­end, deren Räume er nutzt. Wie in der ayurvedischen Tradition üblich, massiert Trinter nur Männer. Wenig erinnert an seinem neuen Arbeitsplatz daran, dass der Masseur einmal in der Finanzbranche mit Millionenbeträgen gearbeitet hat. Für das Bankhaus Metzler war er mehr als zwanzig Jahre lang als Vermögensverwalter tätig.

          Anna Schiller
          Volontärin.

          Der 60. Geburtstag ist ein Einschnitt. Trinter beginnt, sein Leben zu hinterfragen: Wie möchte ich die Zeit bis zur Rente verbringen, wie die Zeit danach? Eine Begegnung mit einem Kunden weckt in ihm schließlich den Wunsch nach Veränderung. Der Finanzvorstand einer Versicherung hatte ihn zum Essen eingeladen. „Der Mann stand kurz vor der Rente und hat nur über seinen Nachfolger gemeckert“, erinnert sich Trinter. Wenig später unterschreibt er einen Auflösungsvertrag.

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