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Mobilfunk : Vodafone baut 5G-SA-Netz in Hessen auf

Bald noch schneller surfen: Vodafone möchte in Hessen das Mobilfunknetz weiter aufrüsten. Bild: dpa

Der 5G-Standard gilt im Mobilfunk als der letzte Schrei, aber in Hessen soll man bald noch schneller surfen können.

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          Als Unterzeichner der zweiten Auflage des Mobilfunkpaktes mit dem Land Hessen ziehen die Anbieter Vodafone, Deutsche Telekom und Telefónica O2 am gleichen Strang und teilen sich sogar Antennenmasten, damit man wirklich überall in Hessen anständig mobil telefonieren und surfen kann. Darüber hinaus pflegen die Unternehmen natürlich weiterhin ihre Konkurrenz. Und so war es kein Zufall, dass der Deutschlandchef von Vodafone, Hannes Ametsreiter, am Mittwoch im Gespräch mit der F.A.Z. auch noch die über den Pakt hinausgehenden Pläne seines Unternehmens für Hessen vorgestellt hat. Demnach ist Vodafone dabei, das schnellste aller Mobilfunknetze aufzubauen, und in Hessen soll es besonders früh verfügbar sein.

          Inga Janović
          Redakteurin im Regionalteil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortliche Redakteurin des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Dafür setzt Vodafone auf den sogenannten 5G-SA- oder 5G-Standalone-Standard, Ametsreiter spricht auch vom Echtzeitnetzwerk. Um den schnelleren 5G-Standard flächendeckend zu installieren, wird üblicherweise die technische Infrastruktur des schon länger bestehenden LTE-Netzes mitgenutzt, die Handys wählen sich zugleich in beide Netze ein. Für das Standalone-Netz wird auf diese Unterstützung verzichtet und nur das 5G-Netz genutzt, über das dann die enormen Datenmengen, die 5G generell verträgt, schneller denn je verschickt werden können. Die Latenzzeiten, also die Zeit zwischen Senden und Empfangen, sollen von bisher 40 auf dann 10 bis 15 Millisekunden sinken. „Ein Gamer, der mit 5G SA Netz gegen einen Gegner mit 4G-Netz spielt, wird immer gewinnen“, beschreibt Ametsreiter den Unterschied.

          Bislang kaum geeignete Smartphones

          Da könnten die Hessen dann bald die Nase vorn haben: Bis Ende 2023 sollen drei von vier Bewohnern des Landes Zugang zum neuen Netz haben, 2025 soll dann das ganze Land versorgt sein. In ähnlichem oder nur wenig langsamerem Tempo will der britische Konzern das Netz in der gesamten Republik sowie in Europa aufbauen.

          Die Anhänger von Computerspielen, zu denen einer Bitkom-Studie zufolge jeder zweite Deutsche gehören soll, sind eine Kundengruppe, die Vodafone in sein Netz holen will. Die Betreiber großer Industrieanlagen und Gewerbeparks ebenso wie die Entwickler autonom fahrender Fuhrparks und Augmented-Reality-Anwendungen sind weitere. Letztere sehen auch die Mitbewerber als potentielle Nutzer der bislang schnellsten Mobilfunktechnik. Ob der einzelne Kunde noch größere Datenvolumen und noch schnellere Übertragungszeiten braucht, daran hat man zumindest bei der Telekom Zweifel. Für die Privatkunden, so hieß es von dort im Herbst, werde man 5G SA vorerst nicht anbieten. Es gebe ja noch nicht einmal eine nennenswerte Anzahl von Endgeräten, um darauf zuzugreifen.

          Dass bislang kaum geeignete Smartphones angeboten werden, räumt auch Vodafone ein. Trotzdem ist sich Deutschlandchef Ametsreiter vollkommen sicher, dass es sich lohnt, bei Ausbau und Angebot schneller als die anderen zu sein. „Ich bin seit 25 Jahren in der Telekommunikationsbranche. Seitdem wurde jede Vorhersage übertroffen, wurden immer größere Bandbreiten genutzt“, sagt Ametsreiter. Die neue latenzfreie Technik, die zudem energieeffizienter arbeitet (auch auf dem Smartphone), werde schon bald überall genutzt. „Ich erwarte eine enorme Innovationsdynamik bei den Endgeräten.“

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