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Verlagswesen : Hamburger Geschäftsleute steigen bei Suhrkamp ein

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Hans Barlach (l), der bei Suhrkamp einsteigen will, kaufte mit Frank Otto 1999 die Hamburger Morgenpost Bild: picture-alliance / dpa

Der Suhrkamp Verlag erhält voraussichtlich neue Miteigentümer: Der Hamburger Medieninvestor Barlach und der Investmentbanker Grossner übernehmen den Anteil des Schweizer Mäzens Reinhart. Suhrkamp zeigte sich überrascht.

          Der Frankfurter Suhrkamp Verlag erhält voraussichtlich neue Miteigentümer: Der Hamburger Medieninvestor Hans Barlach und der Investmentbanker Claus Grossner übernehmen zum Jahreswechsel den Anteil von 29 Prozent des Schweizer Mäzens und Unternehmers Andreas Reinhart zusammen mit dessen übrigen Medienbeteiligungen.

          Reinhart bestätigte einen entsprechenden Bericht der „Berliner Zeitung“und begründete die Veräußerung mit der Entwicklung des Verlags seit dem Tod des langjährigen Leiters Siegfried Unseld. Der Suhrkamp-Verlag läßt nach eigenen Angaben prüfen, ob der Verkauf juristisch zulässig ist.

          Familienstiftung hält Mehrheit

          Man sei von dem Vorgang völlig überrascht worden, sagte Suhrkamp- Sprecher Thomas Sparr. Auf das Programm werde sich der Wechsel nicht auswirken. Barlach kündigte in der „Berliner Zeitung“ ein langfristiges und konstruktives Engagement an. Der Geschäftsmann ist Mitherausgeber der „Hamburger Morgenpost“ und war an der Fernsehzeitschrift „TV Today“ beteiligt, mit der er aber weiterhin zusammenarbeitet.

          Mit Autoren wie Hans Magnus Enzensberger, Umberto Eco, Amos Oz, Richard Rorty und der aktuellen Bestsellerautorin Katharina Hacker („Die Habenichtse“) ist Suhrkamp einer der renommiertesten Verlage Deutschlands. Das Programm verfolgt einen hohen intellektuellen Anspruch und reicht von der Belletristik bis in die Geistes- und Sozialwissenschaften.

          Hauptbesitzer des Verlags ist mit 51 Prozent die Familienstiftung des 2002 gestorbenen Siegfried Unseld, dessen Witwe Ulla Berkéwicz-Unseld die Verlagsgeschäfte führt. 20 Prozent hält die Frankfurter Verlagsanstalt von Unselds Sohn Joachim. Die Schweizer Familie Reinhart war seit Anfang der fünziger Jahre Teilhaber.

          Reinhart beklagt Führungsstil Berkéwicz-Unselds

          Andreas Reinhart sagte am Donnerstag, er habe die Situation im Verlag nicht länger ertragen wollen. Er beklagte das „Herausmobben“ von Geschäftsführern und den Führungsstil von Unselds Witwe. In den vergangenen Jahren hatten zwei Geschäftsführer den Verlag verlassen, 2004 wechselte der Schriftsteller Martin Walser zu Rowohlt, zuvor waren andere prominente Autoren aus dem Stiftungsrat zurückgetreten.

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