https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/wirtschaft/verbraucherzentrale-mainz-verklagt-hunkemoeller-wegen-werbung-17936373.html

„Irreführende Werbung“ : Klage gegen Wäschefilialisten Hunkemöller

Luftig: Hunkemöller bietet vor allem Feminines für Untendrunter Bild: Frank Röth

Wie viel Gutes steckt in einem als nachhaltig beworbenen T-Shirt? Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz möchte mehr Klarheit und klagt gegen das Wäscheunternehmen Hunkemöller.

          1 Min.

          Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat nach einer Analyse der 30 umsatzstärksten Mode-Onlineshops drei Unternehmen wegen irreführender Werbung mit dem Begriff Nachhaltigkeit abgemahnt. Zwei Anbieter, die Fashion ID GmbH & Co. KG, Betreiber des Online-Shops von Peek & Cloppenburg, und die Popken Fashion GmbH, unter anderem bekannt für die Marke Ulla Popken, stimmten einer Unterlassungserklärung zu. Dagegen folgte der erfolgreiche niederländische Wäschefilialist Hunkemöller, der allein in Frankfurt fünf Filialen betreibt, der Aufforderung nicht, wie die Verbraucherzentrale am Dienstag mitteilte. Sie will nun gerichtlich klären lassen, ob einige der von ihr beanstandeten Artikel als nachhaltig beworben werden dürfen.

          Petra Kirchhoff
          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Anders als der Begriff „bio“ in der Lebensmittelbranche sind Aussagen wie „nachhaltig“, „klimaneutral“ oder „umweltfreundlich“ bei Textilien gesetzlich nicht definiert. Es gibt keine Vorschriften dazu, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, wenn Unternehmen allgemein mit den Begriffen werben. Angreifbar sind sie nach Information von Jennifer Häußer, Referentin in der Abteilung „Kollektive Rechtsdurchsetzung“ bei der Verbraucherzentrale, immer dann, wenn konkrete Artikel als nachhaltig herausgestellt werden und sich diese Behauptung als unwahr herausstellt, oder wenn dem Kunden Informationen dazu vorenthalten werden. Mangelnde Transparenz war etwa im Fall des Online-Shops von Peek & Cloppenburg der Grund für die Abmahnung. Popken war vorgeworfen worden, ein Label zur Zertifizierung der Schadstofffreiheit für das Nachhaltigkeitsversprechen heranzuziehen.

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