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Verbraucher : Auf den Spuren der Gentechnik

Es geht auch ohne Gentechnik: Cornflakes von Alnatura Bild: F.A.Z. - Astis Krause

Das Unbehagen beim Thema Gentechnik ist groß: Verbraucher legen Wert auf naturbelassene Lebensmittel. Doch wer kennt sich wirklich aus? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

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          Das Unbehagen beim Thema Gentechnik ist groß: Verbraucher legen Wert auf naturbelassene Lebensmittel. Doch wer kennt sich wirklich aus? Antworten auf die wichtigsten Fragen.

          Petra Kirchhoff

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Was ist eigentlich Gentechnik?

          Bei der Gentechnik geht es um die Neukombination von Erbmaterial. Mit gentechnischen Methoden ist es möglich, Gene von Menschen auf Tiere oder von Bakterien auf Pflanzen zu übertragen. So wurde etwa Mais-Saatgut mit Genen aus Bakterien gentechnisch so verändert, dass die Pflanzen gegen eine Reihe von Schädlingen resistent sind. In Reis wurden Proteine eingesetzt, die den Reis nahrhafter machen. Dadurch erhofft sich die Forschung Fortschritte im Kampf gegen den Welthunger.

          In der Medizin ist Gentechnik weitgehend akzeptiert, warum?

          Weil in diesem Fall der Patient profitiert, indem sich seine Lebensqualität verbessert. Nach Angaben des Verbands Forschender Arzneimittelhersteller sind in Deutschland zurzeit rund 130 Arzneimittel mit 97 gentechnisch herstellten Wirkstoffen zugelassen. Zu den wichtigsten Anwendungsgebieten zählen unter anderem Diabetes, Blutarmut, Krebs und Schutzimpfungen. Auch im Industriepark Höchst in Frankfurt wird Insulin mit Hilfe von Gentechnik hergestellt.

          Was sind die Vorbehalte gegen Gentechnik in der Pflanzenzucht?

          Bei der sogenannten Grünen Gentechnik werden Erbsubstanzen in einer Weise verändert, die in der Natur so nicht vorkommen. Das beunruhigt Umwelt- und Verbraucherschützer. Sie befürchten, dass die Prozesse, die noch nicht ausreichend erforscht sind, außer Kontrolle geraten – mit unkalkulierbaren Risiken für das Ökosystem und die Gesundheit des Menschen.

          Sind Krankheitsfälle durch Gentechnik bekannt?

          Aussagekräftige Langzeituntersuchungen hierzu fehlen. Die Verbraucherzeitschrift „Öko-Test“ berichtet von akuten Immunreaktionen infolge eines Soja-Experiments. Dabei war Sojabohnen ein Protein der Paranuss eingeschleust worden und hatte bei Allergikern heftige Überempfindlichkeits-Reaktionen ausgelöst. Durch den Konsum von Gen-Nahrung sind laut „Öko-Test“ auch Resistenzen gegen bestimmte Antibiotika möglich.

          Wird in Hessen Genmais angebaut?

          In Europa und Deutschland werden bisher kaum gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut. Für Hessen weist die aktuelle Statistik nach Angaben des Hessischen Bauernverbandes nicht einen Quadratmeter aus. Der Verband selbst rät den Landwirten von der Gentechnikzucht ab. Zum einen, weil die Verbraucher es nicht wollten, zum anderen seien die Haftungsrisiken zu groß für den Fall, dass es zu ungewollten Verunreinigungen auf dem Nachbarfeld kommt, sagt ein Sprecher.

          Wie kommt es dann zu Gen-Spuren in Lebensmitteln?

          Der Anbau von gentechnisch veränderten Sojabohnen und Gen-Mais ist in Amerika weit verbreitet. Diese Produkte werden als Futtermittel nach Europa importiert oder als Zutaten in Lebensmitteln verarbeitet. Daher gibt es Gen-Spuren auch in deutschen Lebensmitteln.

          In welchen Lebensmitteln steckt Gentechnik?

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