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Überschuldete Restaurantkette : Coa ist nicht zu retten

Die Frankfurter Restaurant-Kette Coa hat sich übernommen. Bild: Maximilian von Lachner

Im Oktober 2019 meldete der Geschäftsführer das Insolvenzverfahren in Eigenregie an: Von der Restaurantkette Coa bleiben 15 Jahre nach der Gründung nur noch zwei Filialen übrig – und Hoffnung für einen Neuanfang.

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          Von der Restaurantkette Coa bleiben 15 Jahre nach der Gründung nur noch zwei Filialen übrig. Alle Aussichten, das überschuldete Unternehmen zu retten, hätten sich mit der Corona-Schließung zerschlagen, sagt Coa-Geschäftsführer Olaf Seidel. Er führt das Unternehmen seit dem vergangenen Sommer und kann seitdem nur den Untergang einer vielbeachteten Gründergeschichte begleiten. Im Oktober 2019 meldete er das Insolvenzverfahren in Eigenregie an. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Unternehmen noch 17 Filialen in ganz Deutschland, Catering-Verträge, insgesamt 357 Mitarbeiter und mehr als zehn Millionen Euro Schulden.

          Inga Janović

          Wirtschaftsredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Dennoch gab sich Seidel überzeugt, dass der Kette, die sich durch ihre detailreich eingerichteten Restaurants und eine Karte mit dem Besten aus der asiatischen Küche auszeichnete, mit einem wieder kleineren Filialnetz der Neuanfang gelingen werde. „Wir hatten auch einen Investor gefunden, aber die Übernahme hat sich mit Beginn der Corona-Krise zerschlagen“, berichtet der Geschäftsführer. Und so blieben drei der zuletzt fünf Coa-Läden nach Ende des Lockdowns gleich geschlossen.

          Inzwischen steht fest, dass die Lokale in Köln und Stuttgart von der Restaurantkette Peter Pane übernommen werden und dass die beiden hiesigen Läden im Shoppingcenter MyZeil in Frankfurt und im Main-Taunus-Zentrum in Sulzbach unter der Marke Coa bestehen bleiben sollen. Dazu, so Seidel, werde eine neue Gesellschaft gegründet, die Coa Holding GmbH werde dagegen im Zuge einer Regelinsolvenz abgewickelt. Die Frankfurter Filiale steht etwas außerhalb des Verfahrens, sie wird schon seit längerer Zeit als Franchise-Unternehmen vom Coa-Gründer Constantin von Bienenstamm geführt.

          Er hatte das Restaurantkonzept der „Cuisine of Asia“, kurz Coa, mit seinem Bruder 2005 erfolgreich an den Markt gebracht. Die Umsätze wuchsen nach Unternehmensangaben auf bis zu 15 Millionen Euro im Jahr an. 2015 stieg die Gesellschaft namens Co-Investor ein, die Brüder zogen sich aus dem Geschäft zurück. In den Folgejahren wuchs die Zahl der Filialen, auch die einzelnen Lokale wurden immer größer. Das qualitative Konzept sei derweil verwässert worden, monieren Kritiker. Trotzdem sprangen im Jahr 2018 rund 700 private Geldgeber auf eine Crowdfunding-Kampagne des Unternehmens an, gegen das Versprechen von 7,5 Prozent Zinsen investierten sie insgesamt 1,5 Millionen Euro. Dieses Geld, das als Nachrangdarlehen vergeben wurde, ist mit hoher Wahrscheinlichkeit verloren.

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