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Lieferstopp für Erdgas : Stadtwerke sehen Wingas-Sanktionen gelassen

  • Aktualisiert am

Der Kasseler Gasgroßhändler Wingas steht auf einer russischen Sanktionsliste und soll von dort kein Gas mehr kaufen dürfen. Das betrifft auch mehrere Versorger in der Rhein-Main-Region.

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          Frankfurt ⋅ Lücken in der Versorgung sind bislang noch keine entstanden, doch die russischen Sanktionen, die sich auch gegen die in Kassel ansässige Gazprom-Tochter Wingas richten, haben die Lage für die lokalen Energieversorger verkompliziert. Denn das Gashandelsunternehmen, das deutschlandweit auf einen Marktanteil von 20 Prozent kam, hat neben Industriebetrieben viele Stadtwerke auf seiner Kundenliste stehen, auch aus der Rhein-Main-Region. Die Entega in Darmstadt und Eswe in Wiesbaden lassen sich beispielsweise von den Kasselern beliefern, Gleiches gilt für die Süwag in Frankfurt. Die Mainova als größter Anbieter in der Region, der auch andere kleinere Stadtwerke wie etwa die EVO in Offenbach mit Gas versorgt, will sich „aus Wettbewerbsgründen“ nicht äußern.

          Diejenigen, die über ihre Handelsbeziehungen zu Wingas sprechen, betonen alle, dass das Unternehmen für sie nur einer von vielen Lieferanten sei. Mit Wingas dürfen russische Unternehmen laut Erlass des russischen Präsidenten Putin keine Geschäfte mehr machen, ihm also kein Gas mehr verkaufen. ,„Wir beziehen über das Unternehmen keine signifikanten Mengen, sodass wir aktuell keinen Grund zur Sorge haben“, lautet etwa die Auskunft der Süwag. „Wingas ist ein Gaslieferant für Entega, aber bei Weitem nicht der größte“, versichert der Darmstädter Energieversorger.

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