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Trotz Krieg und Krise : Ein Drittel mehr Gewerbesteuer in Hessen

Finanzplatz Frankfurt: Viele Banken haben in den vergangenen Wochen die Dispozinsen angehoben. Bild: dpa

Die hessischen Betriebe haben im dritten Quartal ein Drittel mehr Gewerbesteuer an die Kommunen überwiesen als vor der Corona-Krise. Allerdings profitieren davon nicht alle Kreise und Städte.

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          Weder hohe Energiepreise noch Ukrainekrieg oder Lieferkettenprobleme haben sich bislang in den Unternehmensgewinnen niedergeschlagen. Im dritten Quartal haben die hessischen Unternehmen 1,7 Milliarden Euro an Gewerbesteuer vorausgezahlt. Das war ein Drittel mehr als im Vorkrisen-Herbst 2019, so viel wie noch nie in einem dritten Quartal und nur unwesentlich weniger als in den vorherigen drei Rekordquartalen. Die Kommunen können damit wohl mit einem absoluten Einnahmerekord in diesem Jahr rechnen.

          Falk Heunemann
          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Die Gewerbesteuer ist die mit Abstand wichtigste Einnahmequelle der Kommunen, sie wird anhand des zu erwartenden Gewinns berechnet und quartalsweise im Voraus überwiesen. Die die hessischen Kommunen haben schon nach den ersten neun Monaten des Jahres mit insgesamt 5,2 Milliarden Euro so viel Gewerbesteuer kassiert wie selbst vor der Coronakrise nur in kompletten Jahren, zeigen Zahlen des Statistischen Landesamts.

          Drei Städte kassieren die Hälfte

          Allerdings gibt es erhebliche Unterschiede zwischen den Kommunen. Starke Zugewinne bei den Vorauszahlungen konnte abermals Marburg verzeichnen, seit Anfang 2021 Standort des Corona-Impfstoff-Werks von Biontech. Im Vergleich zu den ersten neun Monaten des Vorkrisen-Jahres 2019 konnten die Großstädte Darmstadt, Frankfurt und Offenbach ihre Steuereinnahmen um ein Viertel steigern, Wiesbaden dagegen nur um sechs Prozent. Die drei Städte Frankfurt, Wiesbaden und Marburg nehmen zusammen die Hälfte aller hessischen Gewerbesteuersteuerzahlungen ein. Die mit Abstand größten Steuerzahler dort sind große Industrieunternehmen und Finanzkonzerne.

          Die Kommunen im Hochtaunuskreis und im Landkreis Gießen dagegen verzeichneten in der Summe leicht geringere Vorauszahlungen. Insgesamt ist auffällig, dass die Kommunen in den Kreisen rund um Frankfurt zwar ebenfalls mehr Gewerbesteuern als vor der Krise erhielten, das Wachstum aber deutlich geringer ausfiel als in den meisten anderen Landkreisen.

          Allerdings sehen die Unternehmer vor allem die künftigen Geschäftsaussichten pessimistisch, wie die jüngste Konjunkturumfrage der hessischen Kammern gezeigt hat. Laut einer Umfrage des Hessischen Industrie- und Handelskammertags rechnen immer mehr Unternehmen mit Umsatzrückgängen wollen darum ihrerseits weniger investieren und einstellen.

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