https://www.faz.net/-gzg-9dr3k

Werk steht still : K+S drosselt Kaliproduktion wegen Trockenheit

  • Aktualisiert am

Bergbau 1200 Meter unter der Oberfläche: das K+S-Werk Werra Bild: dpa

Der Dünger- und Salzkonzern K+S muss wegen der anhaltenden Trockenheit seine Kaliproduktion bremsen. Dennoch hält das Unternehmen an der Jahresprognose fest.

          Wegen der anhaltenden Trockenheit fährt der Dünger- und Salzkonzern K+S seine Kaliproduktion in Osthessen herunter. Aufgrund der außergewöhnlich geringen Wasserführung der Werra stehe am Standort Wintershall ein Hauptentsorgungsweg nicht mehr in ausreichendem Umfang zur Verfügung, sagte ein Sprecher des MDax-Konzerns am Montag. Dort könne bis auf weiteres nicht mehr produziert werden. Wintershall ist einer von drei Standorten in der Region. Die anderen Werke, Hattorf in Hessen und Unterbreizbach in Thüringen, könnten dagegen vorerst weiter produzieren.

          Die Produktionsmenge im Werra-Gebiet ist maßgeblich von der Möglichkeit abhängig, Salzabfälle zu entsorgen. Das erfolgt durch Versenkung im Boden und das Wegfahren von Salzlauge mit Lastern, vor allem aber durch Einleitung in die Werra. Dabei ist das Unternehmen auf ausreichend Wasser im Fluss angewiesen: Ein Durchfluss von 40.000 Litern pro Sekunde gilt als Minimum, zuletzt waren es nur 6800. Nur weil eine neue Anlage zur Reduzierung von Abwässern in Betrieb ging und mehr Rückstände abtransportiert wurden, habe man nicht schon früher die Produktion herunterfahren müssen, erklärte der Sprecher.

          Bis zu 400 Mitarbeiter sind betroffen

          Die Auswirkungen pro Tag Produktionsstillstand in einem Werk auf den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) beziffert K+S auf bis zu 1,5 Millionen Euro. In dem von K+S für 2018 prognostizierten Ebitda von 660 bis 740 Millionen Euro sind keine Stillstandstage enthalten. Das Unternehmen hält weiter an seiner Jahresprognose fest.

          Betroffen im Werk Wintershall sind bis zu 400 Mitarbeiter. Sie sollen nun zunächst Überstunden und Urlaubstage abbauen. Zudem prüfe man Kurzarbeit, sagte der K+S-Sprecher. Zuletzt war es 2017 zu einer Produktionsunterbrechung wegen Niedrigwasser in der Werra gekommen. Damals stand das Werk Hattorf knapp drei Wochen still.

          Weitere Themen

          Zeichnungen wie Musik

          Zeitgenössische Kunst : Zeichnungen wie Musik

          Kunst zum Klingen bringen: Die Zeichnungen Lena Ditlmanns lassen an musikalische Kompositionen denken. Frankfurt sei eine gute Stadt, um Künstlerin zu sein, sagt sie.

          Topmeldungen

          Wer macht’s? Annalena Baerbock und Robert Habeck

          Grüne Kanzlerkandidatur : Baerbock oder Habeck?

          Die grüne Spitze kommt gut an. Doch Annalena Baerbock und Robert Habeck wollen nicht darüber reden, wer Kanzlerkandidat wird und mit wem sie im Bund koalieren wollen.
          Verkehrsminister Andreas Scheuer

          Maut-Debakel : Neue Vorwürfe gegen Scheuer

          Hat Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) in der Vergabe der vom europäischen Gerichtshof gestoppten Pkw-Maut getrickst, um die Kosten möglichst niedrig erscheinen zu lassen? Neue Dokumente legen diesen Vorwurf nahe.
          Empfindet Schäubles Äußerungen als „wohltuend“: der frühere Präsident des Verfassungsschutzes Hans-Georg Maaßen

          Streit über Maaßen : Nach der Attacke ist vor der Attacke

          Mit einer gezielt gesetzten Äußerung heizt Wolfgang Schäuble den Streit um einen möglichen Parteiausschluss von Hans-Georg Maaßen weiter an. Wieso macht er das?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.