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Tretroller für Erwachsene : Mit großem Bugrad und Chromglanz stylish voran

Für Erwachsene: Tretroller ohne Batterie Bild: Fun-wheels

Tretroller mit Elektroantrieb? E-Scooter also? Kinderkram! Der erwachsene Rollerfahrer braucht keine Hilfe von der Batterie. Er rollert selbst. Zumal der Tretrollist einen klaren Vorteil auf seiner Seite hat. Mindestens.

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          Ja, ich bin in der analogen Zeit aufgewachsen. Ganz tief, als noch keiner daran dachte, sie so zu nennen. Und nein, ich muss mir keinen unerfüllten Kindheitstraum erfüllen. Ich besaß voller Stolz einen ferrariroten Flitzer von Puky, mit weißen Reifen. Es ist wohl eher der Drang, sich vom Hype um die E-Scooter abzuheben. Und außerdem waren da neulich im Urlaub in den Niederlanden diese großen Jungs, die in einem irrwitzigen Tempo damit durch die Gegend fuhren.

          Helmut Schwan

          Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

          Weshalb man bisher kaum Exemplare dieser schnittigen Gefährte mit dem markant großen Bugrad in Frankfurt sieht, ist kaum zu verstehen. Schließlich gibt es sie auch in sehr stylisher Chromausführung, die jeden dieser mattlackierten Elektrischen wegblendet.

          Tretrollist mit strammen Waden

          Wigald Boning, technikversessener Spaßmacher, sagt zu seiner Leidenschaft: „Um Roller toll zu finden, muss man einmal um die Ecke denken: Weg vom platten Protzen, hin zu einer subtileren Form der Angeberei.“ Mag sein. Aber es gibt fußfeste Gründe, um im urbanen Verkehrsmix der Zukunft auf die tiefergelegte Alternative zum Fahrrad zu setzen. Erstens: Null Emissionen, das Klima freut sich. Zweitens: Fast der ganze Körper kommt in Schwung, diverse Muskeln werden trainiert. Drittens: Man kann mit dem Tretroller sowohl auf dem Bürgersteig als auch auf dem Radweg und in der Fußgängerzone fahren – und dank massiven Rahmens und der Bereifung auf Waldwegen obendrein.

          Viertens, das wird an dieser Stelle einfach einmal frech behauptet: Der Tretrollist mit strammen Waden hängt an jeder Ampel die Kollegen auf den E-Scooter ab. Schnöseln die Heckleuchten zu zeigen, ist ein Vergnügen an sich. Apropos Leuchte: Selbstredend gibt es für diese Gefährt umfangreiches Zubehör, um auch im Dunkeln düsen zu können.

          Als Exot muss sich in Deutschland niemand mehr fühlen, der lieber selbst tritt. Im Land der Vereine gibt es natürlich auch für diese Spezies längst einen Bundesverband. Und wer seine Kraft und Ausdauer sportlich messen will, für den gibt es fast das ganze Jahr über Wettbewerbe, auch im Gebirge. Tretroller für Erwachsene firmieren unter trendy klingenden Bezeichnungen wie Kickbike oder Run Run Scooter. Die Produktpalette ist breit. Vernünftige Gefährte, die eine „Traglast“ von mehr als hundert Kilo aushalten, kosten zwischen 250 und 500 Euro. Die Preisskala ist nach oben offen.

          Der Vollständigkeit halber sei die Spielart Dogscooter erwähnt. Wie der Name ahnen lässt, soll es sich dabei um eine ambitionierte Form des Gassigehens handeln. Ambitioniert vor allem für den Hund. Denn der muss ziehen. Früher war das ein Böse-Buben-Streich.

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