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Transrapid zwischen Frankfurt und Hahn : Abgefahren

Dürfte ein Wunsch der Hessen-FDP bleiben: ein Transrapid-Einsatz zwischen Frankfurt und Hahn Bild: AP

Die Bayern haben sich gerade vom Transrapid verabschiedet, an die einst zwischen Hamburg und Berlin geplante Verbindung erinnert sich heute kaum mehr jemand - so wenig wie an den Metrorapid. Nur die Hessen-FDP träumt weiter vom Transrapid zwischen Frankfurt und Hahn.

          Die Bayern haben sich gerade vom Transrapid verabschiedet, an die einst zwischen Hamburg und Berlin geplante Verbindung erinnert sich heute kaum mehr jemand - so wenig wie an den Metrorapid, der Düsseldorf und Dortmund verbinden sollte. Immer führte Nachrechnen zum Exitus des jeweiligen Projekts. Auch ein Transrapid von Frankfurt zum Hunsrückflugplatz Hahn ist niemals über das Stadium einer engagierten Idee hinausgekommen. Und selbst die Chinesen, die bislang als Einzige kommerziell eine Transrapid-Strecke (in Schanghai) betreiben, sollen über zu hohe Kosten und zu geringe Auslastung klagen - und Erweiterungen auf Eis gelegt haben.

          Jochen Remmert

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung, zuständig für Flughafen und Offenbach.

          Doch die deutsche Zukunftstechnologie von vorgestern - vom Transrapid gab es 1970 ein erstes „Funktionsmodell“ - hat mindestens noch einen unerschrockenen Fürsprecher: Jörg-Uwe Hahn, Chef der hessichen FDP. Er fordert unverdrossen von Hessen und Rheinland-Pfalz, endlich eine Machbarkeitsstudie anfertigen zu lassen. Denn wenn der Flugverkehr weiter wachse, werde es am Frankfurter Flughafen auch nach der Erweiterung um die Nordwestlandebahn bald wieder eng. Spätestens dann müsse eine schnelle Verbindung zwischen Frankfurt und Hahn her, um doch noch das einmal angestrebte Flughafensystem Frankfurt/Hahn zu realisieren. Von dem ist in jüngster Zeit allerdings noch weniger zu hören als vom Transrapid in den Hunsrück. Denn die zuständige EU-Kommission will sich partout nicht überzeugen lassen, dass der Frankfurter Flughafen und der im Hunsrück sozusagen zwei Bahnen eines einzigen Flughafens seien, aber das ist eine andere Geschichte.

          Langwieriger Genehmigungsprozess

          Jedenfalls scheinen der Mainzer Landesregierung anders als dem hessischen FDP-Chef die bisherigen Rechenbeispiele zu genügen, um die Pläne einer Magnetschwebebahn über Täler und Höhen des Hunsrücks zu den Akten zu legen. Auch von der hessischen Landesregierung war keine vernehmbare Unterstützung für Hahns Idee zu vernehmen, obwohl Ministerpräsident Roland Koch (CDU) stets ein Verfechter der Idee war. Rheinland-Pfalz arbeitet längst intensiv daran, die verkehrstechnisch eher museale Hunsrückbahn in eine schnelle Bahnstrecke zum Flughafen Hahn zu verwandeln.

          Ein Sprecher ließ keinen Zweifel daran, dass sein Haus überhaupt nichts davon hält, neben den laufenden komplexen Planungs- und Genehmigungsprozeduren für die Renovierung der Strecke nun auch noch einen sich womöglich über Jahrzehnte hinziehenden Genehmigungsprozess für eine Magnetbahnverbindung von Frankfurt zum 120 Kilometer entfernten Flughafen Hahn zu beginnen.

          Fraport dürfte Schatulle kaum öffnen

          Die Abneigung der Mainzer erklärt sich ziemlich rasch, wenn man weiß, dass sie unter anderem gerade mit etlichen an der Trasse liegenden Gemeinden darüber verhandeln, vierzig der achtzig Bahnübergänge der Strecke schließen zu dürfen. Demnächst will die Regierung in Mainz dann die Planfeststellung in Angriff nehmen.

          Beim Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport AG heißt es lediglich, dass das Haus jedes Infrastrukturprojekt begrüße, das eine schnellere Verbindung von Frankfurt zum fernen Flughafen auf den Hunsrückhügeln ermögliche. Intern, so ist aber zu hören, hält man auch bei Fraport den Transrapid für „erledigt“. Etwas genauer wird ein Sprecher bei der Frage danach, ob sein Haus sich vielleicht an den Kosten einer Transrapidstrecke beteiligen würde: wohl kaum.

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