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Taxifahrer in der Corona-Krise : 20 Euro Verdienst in neun Stunden

  • -Aktualisiert am

Hatice Karaman ist Taxifahrerin in Frankfurt. Bild: Sieber, Laila

Auch das Geschäft von Taxifahrern ist in der Pandemie fast komplett eingebrochen. Wie wirkt sich das auf ihren Arbeitsalltag aus? Eine Erkundungstour durch Frankfurts Straßen.

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          Um 13 Uhr hat es Hatice Karaman auf Position vier geschafft. Seit inzwischen zwei Stunden steht sie in der Schlange am Taxistand an der Galluswarte. „Warten und Däumchen drehen“, so beschreibt Karaman ihren Arbeitsalltag während der Pandemie. Während ihr Taxi sich die Reifen platt steht, hält sie sich mit einer Hand am Lenkrad fest. Als könnte die nächste Fahrt in jeder Sekunde beginnen. Trotzdem wirkt sie überrascht, als man sie um eine Spritztour bittet. Sie dreht den Zündschlüssel um. Der Motor brummt, das Taxameter springt auf 3,50 Euro. Die Fahrt kann beginnen. Es ist die erste an diesem Tag.

          Während sie das Auto ruhig und sicher durch die Straßen fährt, erzählt Karaman, dass sie vor 25 Jahren mit dem Taxifahren begonnen habe, als eine von vier Frauen in Frankfurt. Heute gebe es in der Stadt rund zweihundert Taxifahrerinnen. Karaman erzählt von Kunden, die betrunken eingestiegen und ohne zu zahlen wieder ausgestiegen seien, und von der Arbeitsteilung, die sie mit ihrem Ehemann ausgehandelt habe. Er fahre nachts, sie tagsüber, „denn nachts bringen mich keine zehn Pferde vor die Tür!“.

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