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Standort für Europazentrale : Frankfurter Werben um Tiktok in der Kritik

Beherbergt große Datenmengen: die chinesische App Tiktok Bild: dpa

Wenn es nach Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann ginge, nähme Tiktok bald einen Sitz in Frankfurt. Damit will er die Stadt als IT-Standort stärken. Nun aber regt sich Kritik an seinem Werben um die chinesische Tiktok-Mutter.

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          Dass Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) ausgerechnet den chinesischen Betreiber der App Tiktok, Bytedance, nach Frankfurt locken möchte, ärgert den Bundestagsabgeordneten Omid Nouripour. Der Frankfurter Grünen-Politiker ist in Berlin außenpolitischer Sprecher seiner Partei. „Tiktok ist die weltweit größte App, um Daten einzusammeln“, sagt Nouripour. Auf diese Informationen könne auch die Kommunistische Partei Chinas zugreifen. „Bytedance unterliegt der chinesischen Gesetzgebung.“ An diesem Punkt entzündet sich auch der Streit zwischen Bytedance und der amerikanischen Regierung, die mit einem Verbot von Tiktok droht. Indien hat diese und weitere 58 Apps aus China bereits verboten.

          Inga Janović
          Redakteurin im Regionalteil der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortliche Redakteurin des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Es gehe nicht darum, alles Chinesische zu verteufeln oder Tiktok zu verbieten, aber „es ist der Job von uns Politikern, Verbraucher und Bürger über solche Zusammenhänge aufzuklären“, fordert Nouripour. Stattdessen rolle Feldmann dem Konzern den roten Teppich aus. „Der Oberbürgermeister richtet Schaden an, weil seine Offerte von der chinesischen Seite als propagandistischer Erfolg genutzt werden kann.“

          Feldmann will mit der Einladung an die Chinesen Frankfurt als IT-Standort stärken. Das Schreiben, das sein Büro mit Unterstützung der Wirtschaftsförderung verschickt hatte, kam bei Bytedance gut an. „Wir freuen uns sehr über das Interesse“, ließ das Unternehmen unaufgefordert in einem Schreiben wissen. Darin bestätigt es, dass es angesichts des Streits in den Vereinigten Staaten erwägt, seinen Hauptsitz außerhalb Amerikas einzurichten, „um unseren globalen Nutzern einen besseren Service anbieten zu können“. Zu Spekulationen, wohin man ziehen könnte, äußert sich Bytedance nicht.

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