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Staatliche Förderung : 330 Euro Prämie für Diesel-Nachrüster

Mit dem Rußpartikelfilter überleben Diesel die Fahrt durch Umweltzonen wie etwa jene in Frankfurt Bild: dpa

Für Dieselautos mit roter Umweltplakette wird die Luft allmählich dünn. Wer indes einen Rußfilter in sein Auto einbauen lässt, bekommt dafür jetzt 330 Euro aufs Konto überwiesen. Er sollte sich aber beeilen. Denn der Filter-Fördertopf hat einen Deckel.

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          Für Dieselautos mit roter Umweltplakette wird die Luft allmählich dünn. Von Januar an dürfen die Fahrzeuge, die als Feinstaub-Sünder gelten, nicht mehr in die Frankfurter Innenstadt fahren. So will es der Stufenplan, wonach im Sinne einer besseren Luft Autos mit schlechten Abgaswerten nach und nach aus dem Straßenverkehr verbannt werden. Für gelbe Plakettenträger ist die Umweltzone erst von 2012 an tabu. Dann haben nur noch Autos mit grünem Pickerl freie Fahrt in der Innenstadt.

          Petra Kirchhoff

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Abhilfe schaffen Partikelfilter. Mit deren Einbau können auch Rußschleudern sauberer werden und - im besten Fall - grünes Plaketten-Niveau erreichen. Die Regel sei jedoch eine Verbesserung um eine Stufe, heißt es auf Nachfrage in Kfz-Werkstätten. Bei Einbaukosten zwischen 500 und 1200 Euro will eine solche Investition also gut überlegt sein. Gelb-Fahrer in Frankfurt gewinnen damit ja nur zwei weitere Jahre.

          „Wir hätten gern noch viel damit zu tun“

          Ohnehin kommt das Filtergeschäft bisher nur schleppend voran. Von den rund 10,3 Millionen Dieselfahrzeugen, die auf deutschen Straßen unterwegs sind, davon 850.000 in Hessen, sind nach Angaben des Landesverbandes für das Kfz-Gewerbe in Hessen bisher bundesweit erst rund 350 000 Autos nachgerüstet worden, in Hessen davon knapp zehn Prozent. „Wir hätten gern noch viel damit zu tun“, sagt Uwe Grautegein, Geschäftsführer das Landesverbandes.

          Offenbar waren die steuerlichen Anreize - bisher erhielten Nachrüster zusätzlich zur besseren Plakette einen Steuervorteil von 330 Euro - nicht ausreichend. Hinzu kamen Nachrichten über unnütze Filter. Diese brachten nicht nur die Technik in Verruf, auch die Werkstätten handelten sich Ärger ein. Das Thema sei jedoch erledigt, betont Grautegein. „Es gibt keine falschen Filter mehr. Alle, die jetzt auf dem Markt sind, kommen von seriösen Herstellern und sind in Ordnung.“

          Durchbruch erhofft sich die Branche durch die neue Förderrichtlinie des Bundes, von der kritische Stimmen sagen, es handele sich um ein weiteres staatliches Konjunkturprogramm, diesmal für die Werkstätten. Statt eines Steuervorteils können sich Nachrüster die 330 Euro jetzt nämlich direkt aufs Konto überweisen lassen. Die Anträge hierfür samt Bescheinigung über den Einbau des Filters können Autofahrer vom 1. September an genau an das Amt richten, das auch für die Anträge der Abwrackprämie zuständig ist: das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, kurz Bafa, in Eschborn. Ausgezahlt wird das Geld rückwirkend für alle Einbauten vom 1. August an. Ein Antrag auf Förderung kann nur für Fahrzeuge gestellt werden, die vor dem 31. Dezember 2006 erstmals zugelassen sind.

          Auf 200.000 Fahrzeuge beschränkt

          Der Haken an der Sache ist: Die Filterprämie gibt es nur für Einbauten zwischen dem 1. August und 31. Dezember, und der Fördertopf bleibt, wie der Verkehrsclub Deutschland kritisiert, auf 200.000 Fahrzeuge beschränkt. Wer ohnehin vorhat, sein Auto noch länger zu fahren, sollte sich also beeilen. Noch gibt es keine Terminengpässe in Werkstätten.

          Dieselfahrern, die wissen möchten, ob und welche Partikelfilter für ihr Fahrzeug möglich sind, empfiehlt der Landesverband des Kfz-Gewerbes die Internetseite www.partikelfilter-nachruesten.de. Über Ausnahmegenemigungen in Frankfurt informiert die Stadt im Internet unter www.frankfurt.de oder telefonisch unter 0 69/21 24 05 82.

          Der Weg zur Prämie

          Anträge für den Filter-Zuschuss können vom 1. September bis zum 15. Februar 2010 beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gestellt werden. Dieses stellt zum 1. September unter der Adresse www.pmsf.bafa.de ein Antragsformular zur Verfügung, mit dem die Daten direkt ans Amt übermittelt werden. Anschließend muss der Antragsteller das Formular ausdrucken, unterschreiben und zusammen mit einer Kopie des Fahrzeugscheins, in dem die Zulassungsbehörde nach dem Einbau die neue Abgasstufe eingetragen hat, an das Bafa schicken. Das Geld wird dann rückwirkend für Einbauten zwischen dem 1. August und 31. Dezember 2009 aufs Konto überwiesen. Fragen beantwortet das Bafa schon jetzt unter der 0 30/3 46 46 54 80. (hoff.)

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