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Streit um Spüli-Werbung : Schlappe für den Frosch

Im Zeichen des Froschs: Reinigungsmittel von Werner & Mertz in Mainz Bild: Frank Röth

Ein Mainzer Hersteller verkauft mit Frosch-Logo ein „Spülmittel für saubere Meere“. Das missfällt dem Konsumgüterriesen Procter & Gamble. Und ein Gericht glaubt nicht, dass ein Spüli dem Meer nutzen kann.

          Diesmal wird der Frosch wohl verlieren, der Punkt geht voraussichtlich an den Riesen. Im Etiketten-Streit zwischen den beiden Putzmittelherstellern Werner & Mertz und Procter & Gamble tendierte das Kölner Landgericht am Mittwoch dazu, der Argumentation des Branchenführers Recht zu geben: Der Mainzer Mittelständler führe die Verbraucher in die Irre, wenn er unter seiner Marke „Frosch“ ein „Spülmittel für saubere Meere“ verkauft.

          Inga Janović

          Wirtschaftsredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          „Der Richter sagte, er könne nicht erkennen, inwiefern ein Spülmittel einen Beitrag zur Sauberkeit der Meere leisten könne“, berichtet Reinhard Schneider, Inhaber und Geschäftsführer von Werner & Mertz, aus dem Verfahren. Das endgültige Urteil soll Anfang August verkündet werden. Noch lässt der Unternehmer aber keine neuen Etiketten für die Spüli-Flaschen drucken. Er kündigt stattdessen an, in Berufung zu gehen und das Oberlandesgericht anzurufen. Bis dahin werde die Produktion des Reinigers allerdings ausgesetzt.

          Streit um Verbrauchertäuschung

          Schon mehrmals bezichtigten sich Procter & Gamble, bekannt für Marken Ariel und Fairy, und Werner & Merz mit seiner Marke „Frosch“ gegenseitig der Verbrauchertäuschung. Wobei bislang stets die Mainzer Recht bekamen. Gestritten wird stets um die Frage, ob der jeweils andere tatsächlich umweltschonende Produkte auf den Markt bringt oder ob er mit dem Umweltaspekt nur Werbung macht. „Es geht darum zu klären, wer seine Potenziale zur Schonung und zum Schutz der Umwelt wirklich nutzt und wer nicht“, erklärt Schneider seine Streitlust.

          Er hält seine Weste für rein: „Frosch“ verwende ausschließlich biologisch abbaubare Inhaltsstoffe und arbeite nur mit Recycling-Verpackungen, deren Rohstoffe teilweise aus dem Gelben Sack stammten. Mikroplastik sei tabu. Das sei auch die Begründung für den Spülmittel-Slogan: „Er ist Ausdruck unseres herausragendes Engagements.“ Der Konkurrent und das Kölner Landgericht bezweifeln, dass der Verbraucher die Werbebotschaft auf dem Spüli so interpretiert und nicht doch wörtlich auffasst. Procter & Gamble will sich nicht zu dem Verfahren nicht äußern, bis das Urteil vorliegt.

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