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Wie im Märchen : Frankfurter Start-Up an Springer verkauft

  • -Aktualisiert am

Noch viel vor: Die Framen-Gründer wollen im Ausland wachsen. Bild: Helmut Fricke

Die Mehrheit des Frankfurter Start-Ups „Framen“ ist an den Axel-Springer-Verlag verkauft worden. Zu Umsatz und Gewinn wurde von Framen keine Angabe gemacht, Insider sprechen von einer Investition von etwa 100 Millionen Euro.

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          Der Axel-Springer-Verlag hat die Mehrheit am Frankfurter Start-up Framen erworben. Insider sprechen von knapp 100 Millionen Euro, die das Unternehmen investiert hat. Das Gründerquartett um Dimitri Gärtner bleibt mit mehr als 40 Prozent beteiligt und führt die operativen Geschäfte weiter. Zu Umsatz und Gewinn macht Framen keine Angaben.

          Framen betreibt eine Internet-Plattform, über die Werbung auf digitalen Außenflächen zum Beispiel in Fitnessstudios, Hotels, Banken, Tankstellen und Einkaufszentren gebucht werden kann. Die lokalen Partner spielen die Werbevideos zusätzlich zu ihren eigenen Inhalten ein und erschließen sich so eine neue Einnahmequelle. Aktuell steuert Framen rund 3500 Bildschirme in 425 deutschen Städten an.

          Nachdem der durch Corona hervorgerufene Lockdown im Frühjahr zunächst auch bei Framen Spuren hinterlassen hatte, wirkt die Pandemie inzwischen als Katalysator für die Geschäfte, weil viele Unternehmen neue Absatzmöglichkeiten suchen. Aufgrund laufender Verhandlungen geht Geschäftsführer Gärtner davon aus, dass die Zahl der über die Plattform angesteuerten Monitore in Deutschland bis Februar auf 10.000 steigen wird. Anschließend will Framen expandieren, zunächst innerhalb Europas, später auch darüber hinaus. Der Zweiunddreißigjährige und seine Mitstreiter wollen ein „Internet of Screens“ erschaffen. Dafür muss das 15 Mitarbeiter große Team deutlich vergrößert werden. Neue Mitarbeiter kommen unter anderem von Uber und der Boston Consulting Group. Gärtner wertet das als Beleg für die Attraktivität von Framen als Arbeitgeber.

          Investition in einem Jahr verzehnfacht

          Mittelfristig wird die Entwicklung zu einem umfassenden Kommunikationskanal angestrebt. Über die Bildschirme soll dann nicht nur Werbung laufen. So hat der Springer-Verlag von der Deutschen Fußball-Liga von der Saison 2021/2022 an die Rechte für die Höhepunkte der Fußball-Bundesliga und der 2. Liga ersteigert. Die jeweils 60 Sekunden langen Videos sollen auch über die Framen-Bildschirme laufen. Hinzu kommen Nachrichten in Echtzeit. Kunst und soziale Projekte sollen ebenfalls präsentiert werden.

          Die Geschichte von Framen liest sich wie ein Märchen. Im Frühjahr 2018 von Dimitri Gärtner und seinem Bruder Alexander sowie von Magdalena Pusch und Sveatoslav Podobinschi gegründet, erregte das Start-up schnell die Aufmerksamkeit von Investoren. Dem Einstieg des Venture-Capital-Fonds APX Ende 2019 folgten weitere Beteiligungen, die der Springer-Verlag jetzt ausgekauft hat. Die frühen Geldgeber hätten so ihren Einsatz innerhalb eines Zeitraums von weniger als einem Jahr mehr als verzehnfacht, heißt es.

          Die Gründer können in den nächsten Jahren weitere Anteile an Springer unter Zugrundelegung einer Wachstumsformel verkaufen. Ob die vier diese Möglichkeit wahrnehmen werden, wissen sie noch nicht. „Auf jeden Fall würden wir auch nach einem Komplett-Exit unsere Zeit nicht mit Golfspielen verbringen“, sagt Magdalena Pusch. „Wir haben viele Erfahrungen gesammelt. Anfangs mussten wir Klinken putzen, jetzt melden sich Konzerne von sich aus bei uns. Vielleicht stehen wir in ein paar Jahren Start-ups als Business Angels beratend zur Seite und investieren in sie.“ Die Frage nach dem Erfolgsgeheimnis von Framen beantwortet Dimitri Gärtner: „Das Team ist der entscheidende Faktor. Das muss funktionieren.“

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