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Spitzentreffen : Frankfurt School prüft Fusion mit Berliner Hochschule

  • -Aktualisiert am

Zu klein:Hochschulpräsident Udo Steffens sucht schon lange nach einem neuen Standort für die Frankfurt School. Nun wird über weiteres Wachstum durch eine Fusion nachgedacht. Bild: Tobias Schmitt

Spitzenvertreter der Frankfurt School of Finance und der ESMT Berlin besprechen Konzepte für eine gemeinsame „Führende Business School“. Ein Wegzug der Schule nach Berlin ist aber unwahrscheinlich.

          2 Min.

          Die Frankfurt School of Finance and Management prüft einen Zusammenschluss mit der European School of Management and Technology (ESMT) in Berlin. Eine Sprecherin der Hochschule im Frankfurter Ostend bestätigte, dass es erste Gespräche zwischen Spitzenvertretern beider Hochschulen in Berlin gegeben habe.

          Tim Kanning
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Für die Frankfurt School saßen Präsident Udo Steffens sowie Stiftungsratsvorsitzender Klaus-Peter Müller, der Aufsichtsratschef der Commerzbank, am Tisch. Die ESMT wurde in dem Gespräch vertreten durch ihren Stiftungsvorsitzenden, den Allianz-Chef Michael Diekmann, und den Chef der Unternehmensberatung McKinsey in Deutschland, Frank Mattern. Während des Treffens haben die Frankfurter den Berliner Vertretern ein Papier präsentiert mit dem Titel: „Creating a Leading European Business School in Germany: A Joint Vision for ESMT and Frankfurt School“.

          Trotz der hochkarätigen Besetzung des Treffens bezeichnete die Sprecherin der Schule die Fusion als „reines Gedankenspiel“. Es sei nicht so, dass das Vorhaben kurz vor der Besiegelung stehe. Außer während des Spitzengesprächs selbst sei eine mögliche Fusion mit einem anderen Haus noch in keinem Gremium der Schule besprochen worden.

          Suche nach einem neuen Standort

          Gleichwohl wies die Sprecherin darauf hin, dass die führenden privaten Business Schools in der Welt je zwischen 80 und 120 Professoren hätten. In Deutschland gebe es eine Schule dieser Größe bislang nicht. Die Frankfurt School beschäftigt 50 Professoren. Als Gegenmodell zu der angeschlagenen European Business School sei das Vorhaben nicht gedacht.

          Die Berliner Hochschule war 2002 von 25 großen Unternehmen und Wirtschaftsverbänden als eine Art Kaderschmiede gegründet worden. Im Vorstand sitzen heute neben Diekmann auch Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann, Peter Löscher von Siemens und Johannes Teyssen von der Eon AG. Ziel war, ein „deutsches Harvard“ an der Spree aufzubauen. Ähnlich wie die Frankfurt School verdient die ESMT ihr Geld hauptsächlich mit berufsbegleitenden Seminaren für Mitarbeiter der beteiligten Unternehmen. Der langjährige Leiter, Lars-Hendrik Röller, ist im Juli wirtschaftspolitischer Berater von Angela Merkel geworden – als Nachfolger des heutigen Bundesbankpräsidenten Jens Weidmann. Die Frankfurt School, die früher als Hochschule für Bankwirtschaft firmierte, wächst seit Jahren. Zuletzt lag der Umsatz bei rund 67 Millionen Euro. Auch wenn die Studentenzahlen zuletzt zurückgingen, werden die Seminare des Hauses immer besser besucht.

          Wegzug der Schule unwahrscheinlich

          Seit langem ist die Hochschule daher auf der Suche nach einem neuen Standort. Als favorisierter neuer Standort ist nach wie vor das Gelände der ehemaligen Oberfinanzdirektion an der Frankfurter Adickesallee im Gespräch. Wie die Sprecherin der Schule sagte, werde gerade eine Konzeptstudie erarbeitet, die in Kürze dem Land als Eigentümer vorgelegt werden soll. Die Schule bevorzugt einen Neubau. Da der wuchtige Bau aus den fünfziger Jahren aber unter Denkmalschutz steht, stocken die Gespräche seit Monaten.

          Ob eine Fusion mit Berlin den Wegzug der Schule vom Main an die Spree zur Folge hätte, war nicht zu erfahren. Da ein Großteil der Studenten aber Mitarbeiter der Frankfurt Banken sind, ist ein solches Szenario wohl bis auf weiteres unwahrscheinlich.

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