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Neue Rechenzentren am Main : Sossenheim als Datenspeicher

Zuwachs: Aus dem Datacenter-Betreiber Zenium ist auch in Frankfurt Cyrus One geworden – der baut nun in Sossenheim aus Bild: Zenium

Frankfurt bleibt erste Adresse in Deutschland für den Bau neuer Rechenzentren. Gerade hat die britische Colt-Gruppe einen Neubau auf den Weg gebracht, ein Konkurrent zieht nach.

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          Last Exit Sossenheim? Für die Betreiber von Rechenzentren stimmt das Motto, mit dem Chlodwig Poth einst seine berühmte Cartoonserie überschrieben hat, auf überraschende Weise. Denn in dem westlichen Stadtteil fanden sie bislang noch Grundstücke, um in direkter Nähe zum weltweit größten Internetknoten De-Cix weiter expandieren zu können.

          Inga Janović

          Wirtschaftsredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Gerade feierte die britische Colt-Gruppe den symbolischen Spatenstich für ein weiteres Rechenzentrum an der Wilhelm-Fay-Straße. Bis 2020 sollen 16 Datenhallen mit einer Gesamtfläche von 8000 Quadratmetern fertiggestellt sein. Im gleichen Jahr will auch Cyrus One, ein Anbieter aus Amerika, sein mittlerweile drittes Datacenter im Frankfurter Westen in Betrieb haben. In den nächsten Tagen steht dafür die Grundsteinlegung im Kalender.

          Platz für Kunden aus London

          „Der Ruf Frankfurts als einer der wichtigsten Data Hubs auf dem gesamten Kontinent verbreitet sich immer weiter“, sagte Detlef Spang, der Geschäftsführer der Konzerntochter Colt Data Centre Services, anlässlich des Baustarts. Das Rechenzentrum, in dem Colt auch Raum für seine Londoner Kunden schafft, die wegen des Brexits Daten nach Frankfurt verlagern wollen, wird eine der mittelgroßen Anlagen in Rhein-Main, es soll nach Fertigstellung eine Stromkapazität von 25Megawatt haben. Bisher betreiben die Briten nur eine kleine Adresse im Frankfurter Ostend. Ob sie am Main noch weiter expandieren werden, steht dahin.

          Viele Anbieter ziehe es aktuell nach Frankfurt, die Nachfrage sei hoch und die verhältnismäßig hohen Grundstückspreise schreckten keinen ab. „Der Grundstückspreis ist selten ein Problem“, sagte Spang. Allerdings werde es immer schwieriger, geeignete Grundstücke zu finden, die auch über eine geeignete Stromversorgung verfügten. Darin liegt bislang der große Vorteil Sossenheims: Im Gewerbegebiet stehen ein Umspannwerk und mit Mainova und Süwag gleich zwei Stromanbieter zur Verfügung.

          Dies nutzen auch die Amerikaner, die vor einem Jahr die beiden Sossenheimer Datacenter des europäischen Konkurrenten Zenium gekauft hatten. Inzwischen wird am dritten gebaut. Damit wird der Standort von Cyrus One gemessen an der Stromkapazität fast doppelt so groß wie das der britischen Konkurrenz. Ein weiterer großer Anbieter am Standort ist das Unternehmen Digital Realty, das in Sossenheim zwei Rechenzentren betreibt.

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