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Maschinenbauer Singulus AG : „Der Solarmarkt wird weiter gigantisch wachsen“

Hightech aus Unterfranken: Singulus-Maschine zur Herstellung von Solarmodulen Bild: Singulus

Nach turbulenten Jahren sieht sich die Singulus AG im Aufwind. Das liegt vor allem an chinesischen Großaufträgen für Solar-Maschinen. Doch der Mittelständler wächst auch auf anderen Geschäftsfeldern. Die Aktie schwächelt aber.

          Wenn Stefan Rinck an Solarenergie denkt, dann gerät er geradezu in Schwärmen: „Der Solarmarkt wird weiter gigantisch wachsen – wir haben bisher nur den Anfang gesehen“, meint der Vorstandsvorsitzende des Maschinenbauers Singulus AG. Sein Unternehmen stellt Hightech-Maschinen zur Produktion von Solarzellen her. Da ist ihm Werbung in eigener Sache nicht zu verdenken. Aber woher kommt seine Zuversicht? Schließlich ist in Deutschland vor allem von der für ungezählte Stromkunden lästigen EEG-Umlage zur Unterstützung erneuerbaren Energien die Rede. Zudem ist der Zubau an Solaranlagen gedeckelt.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Rinck ficht das nicht an. Auch nach der schrittweisen Abschaltung von Atom- und Kohlekraftwerken werde Deutschland weiter Strom brauchen. Im Zweifel mehr als jetzt. „Da bleiben nur Sonne und Wind“, sagt Rinck. Solarzellen stehen in der Bevölkerung besser da als Windräder, denn die wolle keiner vor der Nase haben, wie er meint. Und in der Europäischen Union sollten erneuerbare Quellen bis 2030 fast ein Drittel des Energiebedarfs decken. Derzeit schafften sie 18 Prozent. „Auch das wird die Solarenergie richtig beflügeln“, sagt Rinck voraus.

          Das Achtfache des deutschen Bedarfs

          Und dann ist da eben China. Dort soll einerseits die vielerorts verpestete Luft sauberer werden. Andererseits giert das Riesenreich nach Energie. Den Bedarf Chinas an Energie aus üblichen Quellen beziffert Rinck auf das Achtfache des deutschen Werts. Vor diesem Hintergrund bestelle der Großkunde und Aktionär China National Building Materials Maschinen der Unterfranken. Dabei handelt es sich laut Rinck um einen Baustoff-Konzern mit einem Jahresumsatz von umgerechnet 35 Milliarden Euro. Der Zementhersteller wende sich nun Solarmodulen zu. Er wolle sie etwa in Fassaden von Hochhäusern einbauen. Demnach sollen die Solarmodule den Strombedarf von Klimaanlagen und anderen technischen Geräten decken.

          Aber nicht nur China National Building Materials ruft in Kahl an. Zwei weitere Kunden kommen aus dem Land. Die chinesische Regierung wolle Kohlekraftwerke zu Gunsten von Solaranlagen nach und nach abschalten. Angesichts dessen stellt China für Singulus einen Wohlfühlfaktor dar. Wobei die Unterfranken andere Geschäftsfelder beackern, um sich nicht zu abhängig zu machen. Zudem spielt der Elektroauto-Bauer Tesla als Solar-Kunde eine wichtige Rolle. „Er braucht Strom für seine Autos.“ Die Maschinen seien jeweils auf die Kunden zugeschnitten und mithin nicht einfach austauschbar.

          Kosmetikhersteller und Autobauer im Blick

          Abseits des Solar-Geschäfts gewinnt für Singulus das sogenannte Life-Sciene-Segment an Bedeutung, ebenso das Angebot für Konsumgüterhersteller mit Schwerpunkt Kosmetika und Autohersteller. So liefern die Unterfranken seit gut einem Jahr auch Maschinen zur Herstellung von Kontaktlinsen. Dabei geht es laut Rinck um die Reinigung und die Oberflächenbehandlung. „Das ist hoch anspruchsvolle Technologie“, hebt er hervor. Zweistellige Millionenaufträge liegen nach seinen Worten vor.

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