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Pro Beschäftigungssicherung : Segula wirbt um Opel-Mitarbeiter

Opel-Entwicklungszentrum in Rüsselsheim Bild: Marcus Kaufhold

Der hierzulande noch unbekannte französische Familienkonzern Segula will bis zu 2000 Entwickler von Opel übernehmen. Was sein Deutschland-Chef sagt, dürfte Betriebsräte und Mitarbeiter aufmerken lassen.

          Der Auto-Dienstleister Segula geht auf die Arbeitnehmer von Opel in Rüsselsheim zu. Das Unternehmen habe keine Probleme, die bei dem Autohersteller ausgehandelte Beschäftigungssicherung bis Juli 2023 zu übernehmen, sagte der Geschäftsführer der Deutschland-Tochtergesellschaft Segula Technologies GmbH, Martin Lange, im Gespräch mit der F.A.Z.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Lange hat, wie gestern in einer Teilausgabe berichtet, schon ein Treffen mit Vertretern der IG Metall gehabt und es als „sehr konstruktiv“ empfunden. Opel und Segula hatten vor zwei Wochen verlautbart, eine Übereinkunft über eine strategische Partnerschaft unterzeichnet zu haben. Der Vertrag sieht demnach die Übernahme von bis zu 2000 Mitarbeitern des Autoherstellers und Teilen seines Rüsselsheimer Entwicklungszentrums durch Segula vor.

          „Betriebsrat erster Ansprechpartner“

          In einer Mitteilung hatte Opel hervorgehoben: „Der bis Juli 2023 vereinbarte Kündigungsschutz für die Beschäftigten hat weiterhin Bestand.“ Diese Aussage stieß unter Arbeitnehmervertretern aber auf Kritik. Sie sei nicht mehr als eine Absichtserklärung. Denn es gebe bisher die notwendige Übereinkunft über die Betriebsaufspaltung noch einen Vertrag zu einem Betriebsübergang, hieß es.

          Lange sagte nun, er habe der IG Metall Tarifverhandlungen angeboten. Sein erster Ansprechpartner sei der Betriebsrat in Rüsselsheim – auch wenn es um den Aufbau des geplanten Engineering-Campus dort gehe. „Ich bin in der Kultur der Mitbestimmung groß geworden“, hob Lange hervor.

          Lange: Es geht nicht um „Downsizing“

          Er arbeitet erst seit Jahresbeginn für die deutsche Tochtergesellschaft des französischen Familienkonzerns Segula, der nach seinen Worten 12.000 Mitarbeiter in 28 Ländern zählt, die Hälfte des Geschäfts außerhalb Frankreichs macht und gut 60 Prozent des Umsatzes durch Ingenieurdienste für Autohersteller erreicht. Unter anderem arbeite Segula mit dem Opel-Mutterkonzern PSA zusammen. Die übrigen Erlöse stammten unter anderem aus Tätigkeiten für Bahn-, Flugzeug- und Schiffsproduztenten.

          Bevor Lange zu Segula stieß, war er für den Bahn- und Nutzfahrzeug-Zulieferer Knorr-Bremse tätig und saß im Vorstand der Alstom Power AG. Er kennt mithin auch französisch geprägte Unternehmen von innen. Der Manager äußerte sich zuversichtlich, im Falle eines Vertragsabschlusses den abzuspaltenden Betrieb in eine vernünftige, wettbewerbsfähige Zukunft führen zu können. Es gehe nicht um „Downsizing“. Hilfreich sei, dass Segula im Gegensatz zu börsennotierten Unternehmen nicht jedes Quartal seine Geschäftszahlen offenlegen müsse und nicht von Aktienanalysten bewertet werde.

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