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Schokolaterie „Dulce“ : Mit eigenen Pralinen auf Wachstumskurs

„Der Kunde kauft bei uns immer ein individuelles Produkt”, sagt „Dulce”-Chef Schneider Bild: Helmut Fricke

Mit hochwertigen Lebensmitteln lässt sich noch immer Geld verdienen – vor allem, wenn sie aus Schokolade sind. Die Frankfurter Schokolaterie Dulce hat binnen drei Jahren 14 Filialen in Deutschland eröffnet. „Unsere Kompetenz ist süß“, sagt der Chef.

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          Wenn der Geschäftsführer eines Unternehmens nach drei Jahren beschließt, wieder zurück zu den Wurzeln zu gehen und das Expansionstempo etwas zu drosseln, dann spricht das für die Entwicklung des Unternehmens in der zurückliegenden Zeit. Matthias Schneider heißt dieser Unternehmer, der mit seiner Ehefrau Barbara zusammen Cafés und Schokolaterien unter dem Namen Dulce führt. 14 dieser Cafés gibt es schon. Drei von ihnen in Frankfurt, die anderen über ganz Deutschland verteilt.

          Mona Jaeger

          Redakteurin in der Politik.

          Schneider sitzt an einem der kleinen Tische in seinem Dulce-Café an der Schweizer Straße in Frankfurt-Sachsenhausen. Vor ihm eine Tasse Kaffee, um ihn herum überall Schokolade. Als Praline, als Hülle von Nüssen, in kleinen und großen Tafeln. Jede dieser Pralinen und Tafeln sieht anders aus. „Der Kunde kauft bei uns immer ein individuelles Produkt“, sagt Schneider.

          Eismachen als Hobby

          Die Geschichte von Dulce begann in diesem Laden. Matthias Schneider arbeitete zuvor als Wirtschaftsberater, seine Frau war im Personalwesen tätig. Und beide aßen gerne Schokolade. „Meine Frau kommt aus einer Bäckerfamilie, und ich hatte schon seit langem das Eismachen als Hobby.“ Wenn der Inhaber heute in seinem eigenen Café von dem Schritt in die Gastronomie erzählt, hört sich das nach Freude an der Sache und guten Produkten an. Tatsächlich waren mit dem Schritt aber auch viel Schweiß und Geld verbunden. Er habe 200.000 Euro in den ersten Laden gesteckt, berichtete er. Rentabel sei das Geschäft von Anfang an gewesen. Dafür stand das Ehepaar von morgens bis abends im Geschäft und tüftelte abends an neuen Rezepten.

          Die Rollenverteilung dabei war von Anfang an klar: Er macht das Eis, sie den Kuchen. Dazu kommen noch mehr als 15 Pralinensorten, die in der heimischen Küche entwickelt wurden. Dass eine 100-Gramm-Tafel dann nicht das Gleiche kosten kann wie im Supermarkt, leuchtet ein. 3,50 Euro kostet solch eine Tafel, 1,50 Euro eine Kugel Eis. „Wir sind nicht teuer“, sagt Schneider dazu. Dass man sehr gute Produkte auch ohne mehrjährige Ausbildung entwickeln kann, davon ist er überzeugt. „Ich habe mich schon früher gefragt, warum mir mein in der kleinen Eismaschine selbstgemachtes Bananeneis besser schmeckt als das aus den Eisdielen.“ Nach der Grunddevise „Mehr Frucht, weniger Sahne“ wird heute noch das Eis bei Dulce hergestellt. Jeder, der dort arbeitet, lernt als Erstes, Eis zu machen. In jeder Filiale arbeiten zwei oder drei feste Mitarbeiter, hinzu kommen noch etliche Aushilfen.

          350.000 Euro Jahresumsatz

          Bisher hat sich jedes Jahr der Umsatz der Filialen verdoppelt. Ein Café wie das in Sachsenhausen mache einen jährlichen Umsatz von rund 350.000 Euro, sagt der Chef. Der Umsatz sei schon ziemlich gut, findet er, dennoch wolle er das Tempo in Zukunft erst einmal etwas herausnehmen.

          „Da gibt es zum Beispiel diese gedruckten Produkttafeln. Früher haben wir alles mit der Hand geschrieben. Da sah jede Tafel anders aus. Mit dem Wachstum konnten wir dann Becher oder auch Menütafeln in größerem Umfang bedrucken lassen. Doch wir haben festgestellt, dass das etwas von dem individuellen Flair des Dulce wegnimmt.“ Wenn die Sommersaison beginnt, werden die einheitlich bedruckten Tafeln abgenommen und wieder durch handgeschriebene ersetzt. „In manchen Bereichen sind wir einfach zu schnell gewachsen“, fügt Schneider hinzu.

          „Unsere Kompetenz ist süß“

          Er meint die vielen Produkte, die man im Dulce kaufen kann. Zwischenzeitlich habe man es auch mit kleinen Snacks wie zum Beispiel Sandwiches probiert. Doch davon sei man schnell wieder abgekommen. „Unsere Kompetenz ist süß, dabei soll es auch bleiben.“

          Diese Spezialisierung ausnutzend, hat das Ehepaar begonnen, mit der Café-Kette Coffee Fellows zusammenzuarbeiten. Die machen den Café, Dulce kümmert sich mit einem eigenen Stand innerhalb des Ladens um die Pralinen. Das klappe zum Beispiel am Kaiserplatz in Frankfurt schon sehr gut, berichtet Schneider. Die Café-Kette will nun in ganz Deutschland expandieren. „Da müssen wir schauen, wie wir Schritt halten können.“

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