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Digitale Klassenzimmer : „Schleunigst W-Lan für Berufsschulen“

Kaum 10 Prozent der Frankfurter Schulen haben W-Lan. (Symbolbild) Bild: dpa

Die W-Lan-Offensive soll nun auch verstärkt in Berufsschulen Einzug halten. Laut der CDU sei dies angesichts des Fachkräftemangels dringend erforderlich – und nur so könne man sich in Zukunft behaupten.

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          Die Stadtverordneten der CDU fordern, die beruflichen Schulen schneller mit W-Lan auszustatten. Unter den 14 Bildungsstätten, in denen bisher ein Funknetz installiert worden ist, seien nur zwei Berufsschulen, sagten die wirtschaftspolitische Fraktionssprecherin Christiane Loizides und die bildungspolitische Sprecherin Sabine Fischer nach einem Treffen mit dem Präsidenten der Industrie- und Handelskammer (IHK), Ulrich Caspar, und der IHK-Geschäftsführerin für Aus- und Weiterbildung, Brigitte Scheuerle. Außer W-Lan und einer leicht zu handhabenden Digitaltechnik brauchten die Schulen didaktische Konzepte, qualifizierte Lehrkräfte „und nicht zuletzt professionellen externen Support für Hard- und Software“. Die Lehrer müssten von technischen Wartungsarbeiten entlastet werden, damit sie ihrer Kernaufgabe, guten Unterricht zu erteilen, nachkommen könnten.

          Matthias Trautsch

          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Ein Grund dafür, dass bisher kaum 10 Prozent der Frankfurter Schulen W-Lan haben, ist der Streit in der Römerkoalition um das Thema. Bildungsdezernentin Sylvia Weber (SPD) hatte schon zu ihrem Amtsantritt 2016 eine W-Lan-Offensive angekündigt. Es dauerte anderthalb Jahre, bis es ein Konzept und 14 Pilotschulen gab, die zuerst mit Funknetz versorgt werden sollten. Dann allerdings legte die CDU Einspruch ein, weil ihrer Meinung nach nicht nur die mit der schulischen IT befassten städtischen Ämter, sondern auch Privatfirmen die Funknetze installieren und betreiben sollten. Nach weiteren anderthalb Jahren gegenseitiger Blockade- und Sabotage-Vorwürfe hat sich die Römerkoalition inzwischen auf einen Kompromiss verständigt, nachdem zunächst 15 weitere Pilotschulen vom kommunalen Dienstleister Ekom21 mit W-Lan versorgt werden können. Binnen fünf Jahren sollen dann alle mehr als 160 Schulen ein kabelloses Netz bekommen.

          5,2 Milliarden Euro für den digitalen Wandel

          Nach dem Willen von Fischer und Loizides sollen unter den von Ekom21 angeschlossenen Schulen mindestens fünf berufliche sein. „Und nach der Probephase müssen alle Berufsschulen schleunigst ans Netz.“ Für die W-Lan-Offensive kalkuliert die Stadt mit dem Geld aus dem Digitalpakt von Bund und Land. Nach Meinung von Fischer und Loizides reichen die Mittel jedoch nicht aus. Sie berufen sich auf Berechnungen der IHK, wonach bundesweit bis 2024 rund 5,2 Milliarden Euro für den digitalen Wandel im Berufsschulwesen nötig seien. Der Bund stelle aber, den Eigenanteil der Länder einbezogen, für den Aufbau digitaler Lerninfrastrukturen an allen rund 43.000 allgemeinbildenden und beruflichen Schulen insgesamt nur 5,5 Milliarden zur Verfügung.

          Moderne Berufsschulen seien dringend erforderlich, um dem Fachkräftemangel zu begegnen. Nur mit Digitaltechnik könne man in Zeiten von „Industrie 4.0 oder Handwerk 4.0 mit der realen Arbeitswelt in Verbindung bleiben. Alarmierend sei ein Umfrageergebnis, wonach nur jeder vierte hessische Berufsschüler den Internetzugang an seiner Schule als zufriedenstellend bewerte. Das stelle die „Zukunfts- und Innovationsfähigkeit unserer Region im internationalen Wettbewerb“ in Frage, warnen Loizides und Fischer.

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