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Sanofi in Frankfurt-Höchst : Mehr Geld verdienen durch neuartige Krebsmittel

Zukunftsinvestition: Zellkulturanlage bei Sanofi in Höchst Bild: Foto Sanofi

Trotz des Abbaus von Stellen in der Diabetesforschung hält Sanofi am Geschäft mit Arzneien für Zuckerkranke fest. Verstärken will der Konzern in Frankfurt sein Geschäft mit Antikörpern etwa gegen Krebs. Dabei spielt Digitalisierung eine Rolle.

          Jochen Maas tritt dem Eindruck entgegen, der französische Pharmakonzern Sanofi wolle an seinem Standort Frankfurt-Höchst seine Diabetesforschung „eindampfen“. So hat Betriebsratsvorsitzender Michael Klippel die Absicht der Firma kommentiert, 144 Stellen in der Forschung zu Wirkstoffen gegen Diabetes zu streichen. Tatsächlich plane Sanofi den Abbau von 38 Forscherstellen sowie einer Anzahl von Arbeitsplätzen, deren Inhaber die Forscher unterstützten. So komme die Zahl 144 zustande, sagt der Forschungschef von Sanofi Deutschland.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das Unternehmen halte am Geschäft mit Diabetesmitteln „definitiv“ fest und suche auch nach neuen Wirkstoffen und Therapieansätzen. Allerdings gehe es dabei weniger um kleine Therapiefortschritte – zumal Zuckerkranke mit den bestehenden Medikamenten gut zu versorgen seien. Vielmehr werde die Arbeit künftig erstens darauf abzielen, die Zuckerkrankheit zu heilen. Zweitens wolle die Firma sich mehr mit dem Thema befassen, weshalb Körperzellen auf Insulin nicht mehr ansprechen, selbst wenn es vorhanden ist. Drittens gehe es um den Kampf gegen Fettleibigkeit von Diabetikern.

          Jahrestherapiekosten von 100.000 Euro

          Vor allem aber will sich Sanofi im Industriepark Höchst vermehrt der Forschung zu biotechnisch hergestellten Wirkstoffen gegen Krebs und seltene Krankheiten sowie Mitteln für die Immuntherapie widmen, wie das Unternehmen hervorhebt. Das habe mehrere Gründe: Anders als im Fall Diabetes sei das Potential für nennenswerte Therapiefortschritte groß. Der Forschungsaufwand und damit der Kostenblock sei kleiner, schon weil weniger Patienten in einer klinischen Studie vonnöten seien.

          Nicht zuletzt stünden innovative Krebsmittel nicht unter Preisdruck, der das Geschäft mit Diabetesarzneien erschwere. Jahrestherapiekosten von 100.000 Euro bei Krebs seien keine Seltenheit. Sanofi sieht sich nach den Worten von Maas am Standort Frankfurt-Höchst gut gerüstet, denn das Unternehmen verfüge dort über die notwendigen technischen Plattformen etwa zur Produktion von Antikörpern und sogenannten Nanobodies („kleine Antikörper“). Die Anfang des Jahrzehnts in Betrieb genommene Zellkulturanlage können sowohl kleine Mengen für die klinische Forschung als auch größere Chargen für den Markt herstellen.

          „Mit Digitalisierung sehr weit“

          Laut Maas setzt der Konzern in der Forschung zu Antikörpern auch auf Künstliche Intelligenz. Dies betreffe etwa die Auswertung, welchen Nutzen jeweilige Antikörper stiften könnten. „In der Forschung sind wir bei der Digitalisierung sehr weit“, sagt der Spartenchef.

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