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Virtueller Patient : Medikamente aus dem Rechner

Setzt auf Kooperation: der Frankfurter Sanofi-Forschungschef Jochen Maas Bild: Frank Röth

Mit Hilfe von Künstlicher ­Intelligenz will der Pharmakonzern Sanofi die Entwicklung von ­Wirkstoffen deutlich beschleunigen und ­verbilligen. Die Frankfurter wollen dafür die Schwarmintelligenz der globalen Forschergemeinde anzapfen.

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          Gesundheit ist teuer. Das wissen nicht nur Krankenversicherte, sondern auch Pharmakonzerne. 17 Prozent ihres Umsatzes wenden sie im Schnitt für die Forschung und Entwicklung neuer Medikamente auf, höher sind die Forschungsausgaben in keiner anderen Branche. Die Entwicklung eines einzelnen Krebsmedikaments zum Beispiel kostet zwischen 944 Millionen und 4,54 Milliarden US-Dollar. Diese Zahlen haben kürzlich Forscher des Deutschen Krebsforschungszentrums publiziert. Je seltener eine Krankheit, desto teuer wird es. Und neun von zehn erforschten und getesteten Medikamenten schaffen es nicht bis zur Zulassung.

          Falk Heunemann
          Wirtschaftsredakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          „In Tierversuchen klappt zunächst vieles, aber das lässt sich dann nicht ohne weitere auf den Menschen übertragen“, erklärt Jochen Maas, Geschäftsführer für Forschung und Entwicklung bei Sanofi in Deutschland. Medikamente-Kandidaten müssten daher immer wieder an Freiwilligen getestet werden. Das dauert im Normalfall mehrere Jahre – und kostet Milliarden. „Wir können immer noch schwer vorhersagen, was ein Molekül im menschlichen Körper am Ende macht“, sagt Christian Tidona, Geschäftsführer des Forschungsinstituts Biomed X.

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