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Rüsselsheim : Opel kappt zwei Drittel der Stellen im Teilelager

Rotlichtviertel: Im Warenverteilzentrum in Rüsselsheim will Opel die Zahl der Stellen von gut 300 auf 100 kürzen Bild: dpa

Im Warenverteilzentrum in Rüsselsheim will Opel die Zahl der Stellen von gut 300 auf 100 kürzen. Das führt zu großer Unruhe in der betroffenen Belegschaft, wie es heißt. Entlassen wird aber niemand.

          Opel kommt weiter nicht zur Ruhe. Während der für Ende Juni und dann für Anfang August geplante Betriebsübergang von Teilen des Entwicklungszentrums an den Dienstleister Segula stockt, kommt nun eine für die betroffene Belegschaft unliebsame Nachricht zum Warenverteilzentrum am Stammsitz in Rüsselsheim.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Opel will die kurz Teilelager genannte Einheit deutlich straffen. Wie ein Sprecher des Autobauers entsprechende Informationen bestätigte, sollen von mehr als 300 Stellen 100 übrig bleiben.

          Versetzungen und Insourcing

          Wie aus Arbeitnehmerkreisen zu hören ist, sind die Mitarbeiter des Warenverteilzentrums am Mittwoch informiert worden. Die Nachricht habe zu großer Unruhe geführt. Allerdings wird niemand entlassen werden, wie der Opel-Sprecher hervorhebt. Denn bei dem Autobauer sind betriebsbedingte Kündigungen vertraglich bis Ende Juni 2023 ausgeschlossen.

          „Durch Optimierungen in der Aufstellung unserer Logistikzentren erzielen wir wesentliche Synergien“, teilte der Sprecher mit. Künftig würden den Plänen zufolge noch etwa 100 Beschäftigte in dem neuen Logistik-Center arbeiten. Wie der Arbeitsplatzabbau vonstatten gehen werde, sei Gegenstand der Gespräche mit den Arbeitnehmervertretern.

          Vertrauter Dreiklang

          Der Autobauer will laut Sprecher aber möglichst viele Beschäftigte innerhalb des Unternehmens versetzen. Auch durch das sogenannte Insourcing von Tätigkeiten sollen demnach Arbeitnehmer gehalten werden; sie würden dann Arbeiten erledigen, die Opel bisher von Dienstleistern verrichten lässt.

          Ansonsten gilt der bei Opel mittlerweile vertraute Dreiklang. Manche Beschäftigte werden das Unternehmen per Abfindung verlassen, andere werden die Altersteilzeit wählen, wiederum andere in Vorruhestand gehen. Im Falle des Entwicklungszentrums am Standort haben mehr als 1300 Ingenieure einen dieser Wege gewählt. 550 sollen an Segula übergehen. Den entsprechenden Vertrag wollen beide Seiten nun bis Anfang September schließen.

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