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Ringen um Handelskette : Zwei Angebote für Woolworth

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Erlebt im Übernahmeprozess um Woolworth eine Achterbahn der Gefühle: der Frankfurter Insolvenzverwalter Hermann Bild: Foto Verena Müller

Nach der kurzfristig erfolgten Verlängerung der Übernahmefrist für die Billigkaufhauskette Woolworth kann der Insolvenzverwalter nun wider Erwarten zwei Offerten prüfen. Ein vom Hauptvermieter Cerberus abgelehnter Finanzinvestor legt ein neues Angebot vor.

          Neue Hoffnung für die Frankfurter Kaufhauskette Deutsche Woolworth: Nachdem am Donnerstag die drohende Liquidation des Unternehmens in letzter Sekunde zunächst abgewendet worden war, kann der Insolvenzverwalter in Kürze zwei Angebote prüfen. „Gestern sah es nach einem Abgesang aus, jetzt gibt es wieder Lichtblicke“, sagte ein Sprecher von Insolvenzverwalter Ottmar Hermann am Freitag.

          Eine Sprecherin des Interessenten Gordon Brothers sagte, der Finanzinvestor werde eine neue Offerte einreichen. Das Angebot sehe den Erhalt aller 4500 Arbeitsplätze und aller Filialen der Nachfolgerin der insolventen DWW Woolworth Deutschland GmbH & Co. KG sowie eine komplette Eigenfinanzierung vor. Zum angebotenen Kaufpreis sagte sie nichts. Der Finanzinvestor hatte als einer von drei Bietern bereits Vorverträge unterzeichnet, die dann aber durch das Veto des Hauptvermieters Cerberus Makulatur wurden.

          „Der Wettbewerb zieht an“

          Zudem liegt Hermann ein neues Angebot vor, das nach Angaben von Cerberus von der HH-Holding stammt - einem Konsortium aus Tengelmann, Kik und Tedi. Die Holding ist der Favorit des Unternehmens Cerberus, dem mehr als die Hälfte der 162 Woolworth-Standorte gehört. „Damit hat Hermann jetzt nicht nur ein Angebot, sondern der Wettbewerb zieht an. Das ist eine komfortable Situation“, sagte der Sprecher des Insolvenzverwalters. Er erwarte, dass nach sorgfältiger Prüfung in drei bis vier Wochen ein Ergebnis vorliege. Dabei habe der Erhalt der Deutschen Woolworth GmbH, die in diesem Jahr wieder einen Gewinn erzielen will, und die Rettung möglichst vieler Arbeitsplätze Priorität.

          Cerberus-Manager Timothy Price hatte sich am Donnerstag für das HH-Konsortium stark gemacht. Mit seiner langen Erfahrung im Einzelhandel sei es der einzige Bieter, der die Fehler der Vergangenheit vermeiden und das Unternehmen Woolworth erhalten könne. Der Bieter plane zusätzliche Geschäfte in Deutschland und die Einstellung zusätzlicher Beschäftigter. Die erste Offerte des Bieters hatte Hermann als inakzeptabel abgelehnt.

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