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Neues Datencenter in Frankfurt : Noch ein großer Kühlschrank für schnelle Computer

Ausblick: So soll des neue Rechenzentrum FRA 16 auf dem Interxion-Campus aussehen Bild: Visualisierung: Interxion

Auch Daten brauchen Häuser, die Betreiber von Rechenzentren bauen ihnen ständig neue. Interxion will in Frankfurt nun sein 16. Datencenter errichten. Und schmiedet noch größere Expansionspläne.

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          Der jüngste Neubau ist noch nicht bezogen, da geht der Rechenzentrumsbetreiber Interxion schon das nächste Großprojekt an: Am Montag verkündete das Unternehmen, das im Frankfurter Ostend einen ganzen Campus betreibt, den Bau des mittlerweile sechzehnten Servergebäudes am Standort. Das Rechenzentrum mit dem Namen FRA16 soll an der Weismüllerstraße entstehen, die Investitionssumme liegt nach Angaben des niederländischen Unternehmens bei 89 Millionen Euro.

          Inga Janović

          Wirtschaftsredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Für diesen Preis sollen in mehreren Bauphasen insgesamt 4800 Quadratmeter Rechenzentrumsfläche geschaffen werden, die angestrebte IT-Leistung beziffert Interxion auf 9,6 Megawatt. Sie reicht rechnerisch für eine Kleinstadt. Schon im Herbst nächsten Jahres soll die erste Hälfte des Neubaus von Firmen, die darin ihre Server und Netzanschlüsse aufbauen wollen, genutzt werden können, zum Jahresende soll das gesamte Gebäude bezugsfertig sein, wie es heißt.

          Campus direkt am Ratswegkreisel

          Bis dahin soll auch das deutlich größere Schwesterzentrum FRA15 voll in Betrieb sein. Dieses hat Interxion gerade am Rande seines Campus direkt am Ratswegkreisel errichtet, hier liegt die Investitionssumme bei 176 Millionen Euro, die Gesamtleistung soll einst 32 Megawatt erreichen. Stadtweit bekannt wurde der Bau, weil er nach Ansicht von Interxion das erste Rechenzentrum der Stadt mit architektonischem Anspruch ist. Ob dieser erfüllt wird, ist umstritten, in jedem Fall soll der jetzt angekündigte Neubau ähnlich gestaltet werden.

          Mit Architektur beschäftigt sich Interxion auch, nachdem das Unternehmen am Jahresanfang einen großen Teil des Neckermann-Areals ein Stück weiter an der Hanauer Landstraße erworben hat. Damit hat sich das Unternehmen insgesamt 100.000 Hektar Fläche für weitere Bauvorhaben gesichert. Teil des Projekts ist aber auch das frühere Verwaltungsgebäude des legendären Versandhandels. Dessen von vielen Fenstern gezeichnete Fassade steht unter Denkmalschutz. Wie Interxion damit umgehen will und was am neuen Standort geplant ist, wollte das Unternehmen ursprünglich im April bekanntgeben, hat diesen Termin aber wohl noch einmal verschoben.

          Um seinen Expansionskurs fortsetzen zu können, investiert das Unternehmen nicht nur in gut gesicherte und Gebäude mit guter Kühlung für Rechner, die dann segmentweise an Unternehmen für deren IT-Infrastruktur vermietet werden, sondern auch in die grundlegende Infrastruktur. So wird der Neubau FRA16 auch ein Umspannwerk UW91 beherbergen, es ist bereits das zweite, das Interxion in Kooperation mit den Netzdiensten Rhein-Main zur Versorgung seines Campus gebaut hat.

          Nur damit lässt sich der große Stromhunger der Rechenzentren stillen, deren Energiebedarf einerseits auf die Server selbst, andererseits aber auch auf die Kühlrechnik zurückzuführen ist. Ende 2022, so rechnet Interxion vor, könne man auf eine Anschlussleistung von 131,5 Megavoltampere zurückgreifen. Dafür würden in der nun letzten Ausbaustufe noch einmal fast 30 Millionen Euro investiert.

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