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Postdienstleister : Insolvenzverwalter gibt hessischen Pin-Mitarbeitern Hoffnung

  • Aktualisiert am

Pin Betriebsrat: „Es hat die angekündigte Entlassungswelle in Hessen nicht gegeben” Bild: dpa

Der insolvente Briefzusteller Pin Group kann in Hessen möglicherweise weiterarbeiten. Nach dem Insolvenzanträgen seien die angekündigten Entlassungen ausgeblieben. „der Insolvenzverwalter hat uns wieder Hoffnung gegeben“, heißt es beim Betriebsrat.

          Der insolvente und von Massenentlassungen bedrohte Briefzusteller Pin Group kann in Hessen möglicherweise weiterarbeiten. Knapp drei Wochen nach der Insolvenzanmeldung der beiden hessischen Pin-Töchter seien die Mitarbeiter der Kasseler Niederlassung wieder optimistisch, sagte Betriebsratschef Torsten Schulz am Donnerstag. „Es hat die angekündigte Entlassungswelle nicht gegeben, und der Insolvenzverwalter hat uns wieder Hoffnung gegeben.“ Pin beschäftigt in Kassel 600 Mitarbeiter und einige weitere in Fulda. Von ihnen hatten 250 entlassen werden sollen. Anfang der Woche hat auch Pin in Mainz sich für zahlungsunfähig erklärt.

          Am Mittwoch hatte der neue Vorstandsvorsitzende Horst Piepenburg mitgeteit, der angeschlagene Postdienstleister solle saniert und vollständig erhalten an einen Investor verkauft werden. „Wir haben nur solche Interessenten in die Liste aufgenommen, die die ganze Gruppe kaufen würden“, sagte er. Die Priorität des Vorstandes sei eindeutig, die Gruppe als Gesamtheit anzubieten. Das Interesse an Pin sei sehr viel größer als erwartet. Es lägen Anfragen von strategischen und von Finanzinvestoren, inländischen wie ausländischen, vor.

          Aufträge über 80 Millionen Euro in den Büchern

          Unterdessen schloss Piepenburg weitere Insolvenzen unter den 91 Tochterfirmen nicht aus. Bislang wurden 17 solcher Anträge eingereicht. Entlassungen seien aber nicht geplant, betonte der Pin-Chef. Die noch vom alten Vorstand angekündigten Maßnahmen seien gestoppt worden. Dagegen will der Sanierungsexperte alle Chancen des Insolvenzrechts nutzen, um das Unternehmen wieder in ruhiges Fahrwasser zu lenken. Dies könnte unter Umständen auch bedeuten, dass alle Gesellschaften und die Holding in ein Insolvenzverfahren geschickt werden.

          „Wir prüfen, ob wir Sanierungsmaßnahmen auf diesem Weg schneller umsetzen können“, sagte er weiter. Hierzu gehörten die Finanzierung der Löhne aus Insolvenzgeld und die Möglichkeit, bestehende Verträge schneller lösen zu können. Pin werde im ersten Quartal deutschlandweit Post austragen und gezielt im Mittelstand um neue Kunden werden. Seit Oktober vergangenen Jahres seien mehr als 500 neue Kunden gewonnen worden. Zudem stünden Aufträge in den Büchern, die über 80 Millionen Euro Jahresumsatz bringen könnten.

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