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Streit um Plastik-Recycling : Der Mainzer Frosch fordert Gesetzeshärte

Saubermann: Reinhard Schneider von Werner & Mertz fordert eine klare Linie beim Plastik-Recycling Bild: Frank Röth

Fast 60 Prozent ihrer Plastik-Verpackungen sollen Unternehmen in diesem Jahr recyceln. Wer diese Quote nicht einhält, soll zahlen. Das fordert der Chef der Marke „Frosch“.

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          Keinen Anlass zur Gnade sieht Reinhard Schneider, Inhaber des Mainzer Putzmittelherstellers Werner & Mertz, wenn es um seine Konkurrenten und deren Erfolge in Sachen Verpackungsrecycling geht. Es zeichne sich ab, dass die Unternehmen die vom Verpackungsgesetz geforderte Wiederverwertungsquote von 58,5 Prozent 2019 nicht erreichen würden, kündigt Schneider in einer wütend formulierten Mitteilung an. Dabei geht es um Kunststoffe.

          Inga Janović

          Wirtschaftsredakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das, so warnt der Unternehmer, aus dessen Hause Marken wie Frosch und Erdal stammen, solle die Politik bloß nicht dazu bewegen, auf die dann fälligen Strafzahlungen zu verzichten und stattdessen den Herstellern eine Übergangsfrist zu gewähren. Auch der Chef des Verwertungsunternehmens Der Grüne Punkt, Michael Wiener, hatte kürzlich vor Milde seitens der Behörden gewarnt. Die Probleme hätten sich die Unternehmen selbst eingehandelt.

          Recyclat-Initiative

          „Es geht bei diesem Thema nachweislich nicht um einen Mangel der technischen Machbarkeit, also des Könnens, sondern um einen Mangel des Wollens“, ist Schneider überzeugt. Es gebe längst geeignete Recyclingtechniken. Auch das Wissen, wie Verpackungen entworfen sein müssen, damit sie aus dem Hausmüll herausgefischt und wieder zu Bechern, Flaschen oder Ähnlichem verarbeitet werden können, sei vorhanden. Der Frosch-Chef spricht hier von der Recyclat-Initiative, die er mit dem Verpackungshersteller Alpla und dem Grünen Punkt begründet hat – und deren Erkenntnisse er bislang erfolglos den Großen seiner Branche zur freien Nutzung anbietet.

          Die Hersteller hätten sich darum gedrückt, ihre Produktionsprozesse auf die neuen Quoten abzustimmen. Schneider spricht von einer Verweigerungshaltung und begründet sie so: „Neue Prozesse hängen mit Investitionen zusammen.“ Der Mainzer hat gut reden, für den Umgang mit Ressourcen in seinem Unternehmen und sein Engagement zur Einführung einer echten Kreislaufwirtschaft erhielt er in diesem Jahr den Deutschen Umweltpreis.

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