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Pharma & Chemie : Mehr Umsatz, mehr Mitarbeiter

Gut gelaunt: der scheidende Merck-Chef Römer und sein Nachfolger Kley (rechts) Bild: ddp

Bei Merck stehen die Zeichen weiter auf Wachstum. Dies gilt sowohl für das Geschäft als auch für die Belegschaft - nicht zuletzt am Stammsitz in Darmstadt. Weil 2006 sehr gut gelaufen ist, erhält jeder Mitarbeiter ein zusätzliches Monatsgehalt.

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          Bei Merck stehen die Zeichen weiter auf Wachstum. Dies gilt sowohl für das laufende Geschäft als auch für die Belegschaft - nicht zuletzt am Stammsitz in Darmstadt. „Wir können optimisch in die Zukunft blicken“, sagte der Ende April aus dem Amt scheidende Konzernchef Michael Römer gestern bei der Bilanzpressekonferenz des Arzneimittel- und Spezialchemieherstellers. Um einen einstelligen Prozentsatz will demnach ds Unternehmen den Umsatz steigern, der im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 6,26 Milliarden Euro kletterte, ein Plus von 8,5 Prozent. Die Prognose schließt das jüngst erworbene schweizerische Biotech-Unternehmen Serono ebensowenig ein wie die zum Verkauf stehende Sparte für nicht mehr patentgeschützte Medikamente.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Aufwärts geht es auch mit der Zahl der Mitarbeiter. So konnte der Betriebsratsvorsitzender Flavio Battisti gerade 25 neue Kollegen willkommen heißen. Rund 65 Leute hat Merck seit Jahresbeginn schon eingestellt, 300 sollen es bis Ende Dezember werden. Merck stellt nach seinen Worten vor allem für Forschung und Entwicklung, aber auch für die Produktion und die Logistik ein.

          44 Millionen Euro für die Belegschaft

          Doch auch die Frauen und Männer, die schon auf der Gehaltsliste des mehrheitlich in Familienhand befindlichen Konzerns stehen, profitieren vom Aufwärtstrend beim Geschäft mit Flüssigkristallen für Bildschirme und Arzneimitteln. Das Unternehmen, das im vergangenen Jahr eine Milliarde Euro verdient hat, schüttet 44 Millionen Euro an seine Belegschaft aus und beteiligt sie am Erfolg. Damit erhält jeder der rund 8700 Mitarbeiter am Stammsitz und dem Standort Gernheim mindestens ein zusätzliches Gehalt, wie Merck hervorhebt. Dieser Bonus geht letztlich auf eine Betriebsvereinbarung zurück - darauf legt Battisti wert. Bei dem Darmstädter Traditionsunternehmen geht nicht nur im laufenden Jahr ein florierendes Geschäft mit einem Zuwachs bei der Belegschaft einher. 2006 stockte Merck weltweit das Personal um drei Prozent auf 29.999 auf.

          Überdurchschnitt fiel die Zahl der Neueinstellungen in Deutschland und besonders in Darmstadt aus. Dort zählte der Konzern zum Ende vergangenen Jahres 7955 Köpfe, vier Prozent mehr als zwölf Monate zuvor, wie Sprecher Steffen Müller sagte. In Deutschland sind es Ende Dezember insgesamt 9875 Beschäftigte gewesen. Diese Zuwächse passen zum Leitbild des Unternehmens, nachdem der Mensch im Mittelpunkt steht, wie Battisti sagt. Schließlich sei Merck keine gewöhnliche Aktiengesellschaft, sondern ein Konzern, in dem die Familie das Sagen habe. „So haben wir bisher keine betriebsbedingten Kündigungen gehabt, und das ist von der Familie auch so gewollt.“

          Neuer Chef stellt sich Betriebsräten vor

          An die besonderen Gepflogenheiten wird sich aus Battistis Sicht auch der neue Vorsitzende der Geschäftsleitung, Karl-Ludwig Kley gewöhnen müssen. Dieser dient Merck seit September vergangenen Jahres als stellvertretender Konzernchef und wird Römer nach der Hauptversammlung beerben; Römer wechselt in den in den Vorstand der Konzernobergesellschaft, der E. Merck OHG. Kley arbeitete zuvor bei der Lufthansa, wo er als Finanzchef zeichnete und wo sein Weggang bedauert wurde. Oft hat Battisti bisher mit dem künftigen Chef noch nicht gesprochen, eine Handvoll Treffen hat es bisher gegeben, wie er sagt. Doch am Montag können sich beide etwas genauer kennenlernen - dann stellt sich Kley dem Betriebsrat vor. Von Kleys Auftritt bei der Bilanzpressekonferenz gestern zeigte sich Battisti schon einmal recht angetan: „Da hat er einen guten Eindruck gemacht und das Unternehmen gut vertreten.“

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