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Zeitarbeit ohne Schwäche : Personaldienstleister Amadeus Fire hängt den feurigen S-Dax ab

Weiter aufwärts mit Zeitarbeit und Personalvermittlung: Amadeus Fire aus Frankfurt (Symbolbild) Bild: dpa

Mit Zeitarbeitern fangen Firmen Produktionsspitzen ab. In Zeiten des Fachkräftemangels bleibt Personalvermittlung gefragt. Amadeus Fire profitiert - und der Aktienkurs ebenso.

          Mit Zeitarbeit und Personalvermittlung lässt sich gutes Geld verdienen. Das gilt auch in Zeiten, in denen die Konjunktur nicht auf vollen Touren läuft, wie die neuen Zahlen aus dem Hause Amadeus Fire zeigen. Der börsennotierte Dienstleister mit Sitz im Frankfurter Osten wächst fröhlich vor sich hin - und das auf allen Geschäftsfeldern. Im ersten Quartal konnte die Amadeus Fire AG gegenüber dem Vorjahreszeitraum nach eigenen Angaben ein Umsatzwachstum im zweistelligen Prozentbereich erzielen.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Geschäftserfolg schlägt auch auf den Aktienkurs durch. Seit dem Zwischenbericht vom Februar ist die Notierung sprichwörtlich durch die Decke gegangen und legte von etwa 90 Euro auf knapp 120 Euro zu. Binnen sechs Monaten ist der Kurs damit um 50 Prozent gestiegen.

          Amadeus Fire lässt damit den Kleinwerte-Index S-Dax hinter sich, der wiederum viel besser läuft als der große Bruder Dax. Zudem soll die ohnehin üppige Dividende kräftig steigen. Analysten wie Andreas Wolf von Warburg Research heben den Daumen. Er rechnet mit einer Anhebung der Gewinnprognose durch den Vorstand der Frankfurter.

          AMADEUS FIRE AG

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          Grundsätzlich gilt: Zeitarbeitsfirmen und andere Personaldienstleister merken früh, wenn die Wirtschaft schneller zu laufen beginnt. Viele Betriebe verpflichten lieber Zeitarbeiter, die sie im Zweifel alsbald wieder loswerden können, als Mitarbeiter fest einzustellen. Hochkonjunktur dient Personaldienstleistern ebenfalls. In solchen Zeiten benötigen Firmen mehr Personal, etwa um Produktionsspitzen abzufangen. Das geht mit Zeitarbeitern gut. In Zeiten des Fachkräftemangels ist Personalvermittlung verstärkt gefragt.

          Wie Amadeus Fire berichtet, ist der Umsatz mit Zeitarbeit um 12,6 Prozent auf 36,7 Millionen Euro gestiegen und jener mit Personalvermittlung um 20,6 Prozent auf 10,2 Millionen. Im Interim- und Projektmanagement wuchs die Firma sogar um 21,8 Prozent, während bei Fort- und Weiterbildung ein Plus von 14,7 Prozent zu Buche stehe. Allerdings sind beide Geschäftsfelder mit Umsätzen von gut 3 Millionen Euro im ersten Fall und 5,4 Millionen Euro im zweiten vergleichsweise klein. Der Gesamtumsatz stieg demnach um 14,7 Prozent auf 55,3 Millionen Euro.

          Gewinn steigt stärker als Umsatz

          Wie ertragsstark Amadeus Fire ist, zeigen die Ergebnisdaten. Als Vorsteuergewinn weist die Firma 8,9 Millionen Euro aus - ein Plus von 28 Prozent. Nach Steuern hat sie 6,1 Millionen Euro verdient und damit knapp 29 Prozent mehr als vor einem Jahr, wie es heißt. Das Ergebnis je Aktie kletterte von 89 Cent auf 1,14 Euro.

          Für das ebenfalls erfolgreich verlaufene Geschäftsjahr 2018 plant Amadeus Fire eine Anhebung der Dividende auf 4,66 Euro von 3,96 Euro je Aktie. Daraus errechnet sich eine Dividendenrendite von 4 Prozent, gemessen am aktuellen Kurs von 118 Euro. Das ist weit überdurchschnittlich. Die Dividendenrendite des SDax liegt knapp unter 2 Prozent.

          Analyst hebt Kursziel an

          Nach dem starken Kursanstieg ist die Aktie von Amadeus Fire aber vergleichsweise teuer. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis beträgt 24 nach 18,5 im Februar, während der Index auf 17,5 kommt. Aus Sicht von Analyst Andreas Wolf von Warburg Research hat der Titel dennoch Luft nach oben. Er hat gerade das Kursziel von 115 Euro auf 130 Euro erhöht.

          Amadeus Fire habe seine Prognose leicht übertroffen. Das Geschäft laufe über alle Segmente hinweg stark. Die größte Überraschung sei das zweistellige Wachstum bei der Zeitarbeit. Wolf, der die Firma seit geraumer Zeit beobachtet und bewertet, rechnet nach seiner neuesten Kurzstudie mit einer Anhebung der Geschäftsprognose durch das Amadeus-Management im Laufe des Jahres. Alles andere wäre enttäuschend, sagte er FAZ.NET.

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