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Pay Direct : Deutsche Antwort auf Paypal kommt aus Frankfurt

Die neue EU-Richtlinie PSD2 sorgt derzeit für Verwirrung. Bild: dpa

Es soll eine Alternative sein auf dem Markt der Online-Bezahlsysteme: Pay Direct soll es mit Platzhirsch Paypal aufnehmen. Gesteuert wird die mögliche Revolution aus einem schmucklosen Büroturm an der Messe.

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          Eine Top-Lage sieht anders aus. Hamburger Allee 26-28 in Frankfurt, das ist die Adresse eines etwas in die Jahre gekommenen Bürohauses nahe der Messe. Doch dort, im elften Stock, wird an der Zukunft des Finanzplatzes getüftelt. An der deutschen Antwort auf die rasend wachsenden Konzerne aus dem Silicon Valley. Denn oben in dem grüngestrichenen Bau hat die Gesellschaft für Internet- und mobile Bezahlungen mbH ihren Sitz genommen, ein Unternehmen, das vorerst niemand kennt, das aber an Großem arbeitet: an der deutschen Antwort auf Paypal, den aus dem Hause Ebay kommenden Marktführer bei Online-Bezahldiensten.

          Manfred Köhler
          (mak.), Rhein-Main-Zeitung

          Ausnahmsweise ziehen einmal nahezu alle Kreditinstitute an einem Strang, die Großbanken, die Sparkassen, die Volksbanken. Die Gefahr, dass ihnen zuerst im Zahlungsverkehr und danach womöglich noch bei allen möglichen anderen Geschäften die Felle davonschwimmen, ist einfach zu groß geworden.

          Pay Direct soll die Alternative für Deutschland heißen, das Bezahlen von Online-Bestellungen soll damit sicherer und einfacher sein als mit Paypal und den anderen etablierten Bezahlsystemen. Schon im Weihnachtsgeschäft 2015 sollen die Deutschen darauf zurückgreifen können.

          Die Zeit ist also knapp. Und so wurde in aller Eile von zahlreichen Banken die erwähnte Gesellschaft gegründet. Zuerst nicht einmal mit eigener Adresse: c/o DZ Bank, so heißt es im Handelsregister. Inzwischen nun mit eigenen Räumen.

          20 feste Mitarbeiter

          Es ist eine Kooperation, wie man sie selten findet: Der Verwaltungsratsvorsitzende Thomas Klee ist Manager der Deutschen Bank. Der eine Geschäftsführer, Niklas Bartelt, kommt von der DZ Bank. Der andere, Helmut Wißmann, war bei der VR Leasing, hat nun aber einen Vertrag mit der Commerzbank. 20 feste Mitarbeiter zählt die GmbH, weitere 20 haben andere Banken entliehen.

          Sicheres und einfaches Bezahlen zugleich, und überhaupt attraktiver sein als die Konkurrenz: keine einfache Aufgabe. Offen soll das System sein für neue Partner. Und doch darf kein Kartell entstehen. Die Institute benötigen zwar diesmal eine gemeinsame Plattform, sonst aber bleiben sie Konkurrenten. In Frankfurt, der Stadt der Banken wie der Informationstechnologie, wird sich das lösen lassen. Im elften Stock an der Hamburger Allee.

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