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Übereinkunft mit Betriebsrat : Opel kappt im Teilelager weniger Stellen als befürchtet

Erhalt: Neben dem Fahrzeugbau bleibt in Rüsselsheim unter anderem das Teilelager erhalten, wenn auch kleiner als bisher Bild: dpa

Von mehr als 300 Stellen im Teilelager in Rüsselsheim wollte das Opel-Management nur etwa 100 übrig lassen. Nun steht aber fest: 150 Arbeitsplätze bleiben dort bestehen. Dazu gibt es Nachrichten zum Standort Bochum.

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          Es geht bei Opel doch noch im Konsens: Management und Betriebsrat haben sich auf den Erhalt des Warenverteilzentrums am Stammsitz in Rüsselsheim verständigt. Die kurz Teilelager genannte Einheit wird zwar verkleinert. Allerdings fallen nicht so viele Stellen weg, wie das Unternehmen vor gut einem Jahr angekündigt hatte. Dies geht aus einem Flugblatt der Mitglieder der IG Metall im Betriebsrat vor, das der F.A.Z. vorliegt.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Demnach haben sich beide Seiten nach monatelangen Verhandlungen auf einem Teil-Interessenausgleich geeinigt. Diese Übereinkunft sieht dem Flugblatt zufolge den Erhalt von rund 150 Arbeitsplätzen vor. Die Geschäftsleitung wollte ursprünglich zwei Drittel der seinerzeit gut 300 Stellen streichen. Das nun verlautbarte Ergebnis ist vor der Einigungsstelle zustande gekommen. Das ist eine Art Schlichtungsstelle, der ein Arbeitsrichter vorsteht. Arbeitnehmervertreter und Manager des Autobauers treffen sich ständig vor der Einigungsstelle, um Streitfragen zu klären.

          Ersatzarbeitsplätze in Bochum

          Das bisherige Warenverteilzentrum in Südhessen firmiert zukünftig als Logistik-Center, wie es heißt heißt. Daran organisatorisch angeschlossen seien künftig 26 Arbeitsplätze des Rückversand-Gewährleistungs-Centers. Für die betroffenen Beschäftigten ändere sich aber nichts.

          Zusätzlich schaffe Opel 89 Ersatzarbeitsplätze in Bochum. Diese Stellen dürften laut IG-Metall-Vertreter für ehemalige Mitarbeiter der Produktion in dem früheren Opel-Werk in Nordrhein-Westfalen interessant sein, die in Rüsselsheim tätig seien. Sie könnten sich nun auf diese Arbeitsplätze bewerben und auf diese Weise nach Bochum zurückkehren.  „Klar ist: Der Wechsel des Tarifgebiets darf keine Nachteile für die Beschäftigten haben“, heißt es in dem Flugblatt weiter. Dazu seien detaillierte Regelungen getroffen worden.

          Wie es weiter heißt, ist die Übereinkunft am vergangenen Dienstag getroffen worden und muss noch vom Konzernbetriebsrat beschlossen werden. Einen Tag nach dem Treffen vor der Einigungsstelle verärgerte das Management die Arbeitnehmervertreter dann mit der Drohung, den bis August 2025 vereinbarten Kündigungsschutz in Frage zu stellen, sollten sich nicht mehr Opelaner als bisher für eines der laufenden Freiwilligen-Programme entscheiden. Opel will möglichst 2100 weitere Mitarbeiter loswerden, nach Angaben der Firma haben aber erst 500 Beschäftigte eines der Angebote angenommen, also etwa eine Abfindung oder die Altersteilzeit.

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