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Opel besser als der Markt : Ein Minus als gefühltes Plus

Weniger Autos, dafür profitablere Verkäufe: Opel-Chef Lohscheller Bild: Frank Röth

Auf den ersten Blick ist die November-Bilanz von Opel bei den Neuzulassungen unerfreulich. Auf den zweiten Blick sieht das etwas anders aus. Das hat mehrere Gründe.

          Wenn ein Unternehmen weniger Waren verkauft als im gleichen Monat des Vorjahres, dann ist das unerfreulich. Auf den ersten Blick jedenfalls. Doch auf den zweiten Blick kann das durchaus Vorteile haben. Womit wir bei Opel angelangt wären. Der Rüsselsheimer Autobauer hat im November genau 18.952 Neuzulassungen verzeichnet, wie das Kraftfahrt-Bundesamt meldet. Macht ein Minus von 4,4 Prozent. Das sieht nicht gut aus. Dieser Befund wiegt aber weniger schwer, wenn der Gesamtmarkt als Vergleichsgröße dient. Denn laut Kraftfahrt-Bundesamt lag die Zahl der verkauften Neuwagen im November um fast ein Zehntel unter jener des gleichen Vorjahresmonats.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          So steht für Audi ein Minus von sage und schreibe 42,6 Prozent zu Buche. Die Opel-Schwester Peugeot hat 43,2 Prozent weniger Neuzulassungen zu Buche stehen und Marktführer VW immerhin 15,4Prozent weniger.

          Tesla im Rückwärtsgang

          Nebenbei: Wer die aufstrebenden Anbieter von Elektroautos im Aufwind wähnt, sollte sich die Zahlen für Tesla ansehen. Für die Amerikaner steht sogar ein Minus von 53,4 Prozent in der Liste der Flensburger Behörde.

          Zu den Gewinnern des Monats unter den großen Herstellern gehören BMW mit einem Plus von 11,5 Prozent und Ford mit einem Zugewinn von 4,4 Prozent.

          Dass die Münchener und die Kölner Opel beim Marktanteil die Rücklichter zeigen, müssen die Rüsselsheimer zur Kenntnis nehmen. Womöglich trösten sie sich mit dem Hinweis darauf, keine unrentablen Autos mehr in den Markt zu drücken, wie der Vorsitzende der Geschäftsleitung, Michael Lohscheller, es unlängst verkündet hat. So kann auch ein Minus bei den Verkäufen letztlich ein Plus sein.

          Warten auf die Jahreszahlen

          Insofern muss es kein Beinbruch sein, dass die Rüsselsheimer seit Anfang Januar sechs Prozent weniger neue Fahrzeuge verkauft haben, für den Gesamtmarkt aber ein Plus von 0,4 Prozent zu Buche steht. Wie gut Opel wirtschaftlich dasteht, wird sich erst mit der Vorlage der Jahreszahlen im Frühjahr zeigen.

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