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Niedrigzinsphase : Frankfurter Sparkasse erhöht Gebühren

Müssen sich auf neue Gebühren einstellen: Kunden der Frankfurter Sparkasse Bild: Kerstin Papon

Ab Januar kommenden Jahres bietet die Frankfurter Sparkasse neue Girokonten-Modelle an. Auch andere Geldinstitute setzen ihre Tarife aufgrund der Niedrigzinsphase herauf.

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          Die Frankfurter Sparkasse reagiert auf die anhaltende Niedrigzinsphase, indem sie die Gebühren für ihre Girokonten erhöht. Die größte Änderung werden die 75000 Kunden zu spüren bekommen, die das Girokonto namens „Aktiv“ nutzen: Sie müssen künftig für jede Überweisung 35 Cent zahlen, und der gleiche Betrag wird auch fällig, wenn von dem Konto ein Betrag abgebucht wird. Allein Buchungen, die die Sparkasse selbst vornimmt, etwa weil eine Rate für einen Baukredit fällig wird, bleiben unentgeltlich. Teurer wird es auch für diejenigen, die sich für das Girokonto mit dem Namen „Komfort Plus“ entschieden haben. Dort verlangt die Sparkasse fortan 50Cent für jede Überweisung mit einem Beleg, den man zum Beispiel in der Sparkasse abgibt oder dorthin sendet.

          Manfred Köhler
          Stellvertretender Ressortleiter des Regionalteils der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und verantwortlicher Redakteur des Wirtschaftsmagazins Metropol.

          Zugleich nimmt das Geldhaus auch Änderungen bei den monatlichen Pauschalen vor. Bei dem erwähnten Girokonto „Aktiv“ wird in Zukunft keine Pauschale mehr fällig, egal, wie hoch der Geldeingang ist. Bisher mussten 23000 Kunden jeweils 6,90 Euro im Monat zahlen, weil ihr Geldeingang unter 1300 Euro lag. Bei dem Girokonto „Premium“ wiederum gab es bisher einen Paketpreis, der 9,90 Euro betrug, der jedoch nur dann erhoben wurde, wenn der monatliche Geldeingang 3000 Euro nicht überstieg. Künftig müssen es schon 5000 Euro sein, um von dem monatlichen Paketpreis verschont zu bleiben, der überdies auf 11,90 Euro steigt.

          „Die Sparkasse will ihre flächendeckende Präsenz sichern“

          Die Frankfurter Sparkasse bietet wie die meisten Kreditinstitute eine Vielzahl von Girokonten-Modellen an, die sich bei den monatlichen Pauschalen und zahlreichen anderen Gebühren deutlich unterscheiden. Das Kreditinstitut erleichtert den Vergleich aber immerhin durch eine verständliche Übersicht auf seiner Homepage. Dort lässt sich auch sehen, dass allein der Wechsel von einem herkömmlichen zu einem Online-Girokonto beim gleichen Kreditinstitut schon etwas Geld sparen kann. Wie ein Sprecher der Sparkasse gestern erläuterte, ist die Zahl der Kunden, die sich für ein solches Kontomodell entschieden haben, mit 6000 bisher jedoch sehr klein.

          Die neuen Kontomodelle werden mit Beginn des nächsten Jahres eingeführt. Derzeit werden die Kunden angeschrieben. Letztlich könnten sie selbst bestimmen, was sie zahlen wollten, wird Sparkassen-Chef Robert Restani in einer Mitteilung zitiert. Denn Grundlage des neuen Modells sei, dass für Dienstleistungen, die für das Unternehmen mit geringem Aufwand verbunden seien, weniger verlangt werde als für andere. Restani bekräftigte, dass die Sparkasse ihre flächendeckende Präsenz sichern wolle.

          Kostenloses Girokonto weitgehend abgeschafft

          Auch andere Kreditinstitute haben in jüngerer Zeit die Gebühren für Gironkonten erhöht, zuletzt die Postbank, die dabei auch das kostenlose Girokonto weitgehend abgeschafft hat. Der wichtigste Konkurrent der Frankfurter Sparkasse, die Frankfurter Volksbank, bietet ebenfalls verschiedene Girokonten an, bei denen der Grundpreis zwischen drei und 7,25 Euro liegt.

          Bei dem Konto mit der günstigsten Monatspauschale von drei Euro werden für Gutschriften und Lastschriften ebenfalls 35 Cent berechnet. Sogar wer montags bis freitags vor acht und nach 18 Uhr oder am Wochenende Geld an einem Automaten der Volksbank abheben will, muss bei diesem Girokonto-Modell 35 Cent zahlen.

          Wer wirklich wissen will, welches Girokonto bei welchem Bankhaus für ihn am günstigsten ist, wird um einen Vergleich der einzelnen Posten, zu denen auch die Gebühren für Kreditkarten zählen, nicht herumkommen. Je nachdem, ob es viele oder wenige Buchungen auf einem Konto gibt, ist die Einzelabrechnung oder der monatlich Pauschalpreis günstiger.

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