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Niedrigwasser : Fahrrinne im Rhein ist nur noch 1,54 Meter tief

  • Aktualisiert am

Der Rheinpegel nimmt immer mehr ab - für die nächsten 3-4 Tage wird ein weiteres Absinken von 10-15 Zentimetern erwartet. Bild: Maximilian von Lachner

An der Rhein-Engstelle Kaub sinken die Pegelstände weiter. In den nächsten Tagen könnten sie um weitere 10 bis 15 Zentimeter fallen. Das hat Auswirkungen auf die Wirtschaft im Land, wie Experten erklären.

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          Auf dem Rhein sind die für die Schifffahrt wichtigen Wasserstände an der Engstelle beim rheinland-pfälzischen Kaub weiter zurückgegangen. Die Fahrrinnentiefe lag nach Angaben der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) des Bundes am Freitagmorgen bei nur noch 1,54 Meter. Am Vortag war es noch 1,59 Meter gewesen. Niedriger als in Kaub zwischen Bingen und Ko­blenz ist die Fahrrinnentiefe laut WSV an keinem anderen Abschnitt des Mittel- und Niederrheins. Sie ist entscheidend dafür, wie viel Fracht Binnenschiffer noch zuladen können.

          Der Pegel Kaub stand am Freitagmittag bei 42 Zentimetern. Der Pegelstand zeigt nicht den Stand an der tiefsten Stelle an, da der Pegelnullpunkt nicht in der Flussmitte und am tiefsten Punkt des Flusses liegt. Dieser befindet sich 112 Zentimeter tiefer. Wenn dieser Wert zum Pegelstand addiert wird, ergibt sich die maximale Wassertiefe in der Fahrrinne an dieser Messstelle.

          Weniger Fracht bei niedrigen Wasserständen

          Laut der Behörde befinden sich die Wasserstände auf einem für diese Jahreszeit außergewöhnlich niedrigen Niveau. Für die kommenden drei bis vier Tage wird erwartet, dass die Wasserstände um weitere zehn bis 15 Zentimeter fallen. Die Vorhersagen deuteten auf einen leichten Anstieg von Mitte kommender Woche an hin, dieser sei aber nicht „signifikant“.

          Vor allem Fracht- und Personenschiffe kämpfen seit Wochen mit dem Niedrigwasser. Die Binnenschiffer müssen bei ihrer Ladung den Tiefgang des Schiffes beachten und einen Sicherheitsabstand zum Flussboden beachten. Bei niedrigen Wasserständen können sie weniger Fracht befördern.

          Bis zu einem Wasserstand von etwa 30 bis 35 Zentimetern am Pegel Kaub könnten flachgehende Binnenschiffe die Mittelrheinstrecke noch passieren, hat die Bundesanstalt für Gewässerkunde erklärt. Prognosen gehen von Pegelständen Richtung 30 Zentimeter bis Anfang nächster Woche aus. Dann komme die Rheinschifffahrt in diesem Bereich „tendenziell zum Erliegen“, hieß es.

          Viel Verlagerung auf Straße und Schiene

          Das liegt daran, dass der Transport per Schiff irgendwann nicht mehr wirtschaftlich ist. Seitens des Wasser- und Schifffahrtsamtes Rhein werden aufgrund der niedrigen Wasserstände keine Einschränkungen der Schifffahrt angeordnet. Das Amt erläuterte, bis wann ein Transport nautisch möglich und wirtschaftlich darstellbar sei, hänge von vielen Faktoren ab wie etwa den Eigenschaften des jeweiligen Schiffes oder Frachtraten sowie vertraglichen Regelungen der Binnenschiffer.

          Der Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt, Hans-Heinrich Witte, sagte der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, er rechne damit, dass trotz anhaltender Trockenheit dieses Jahr durchgehend Schiffe auf dem Rhein fahren. Bei niedrigem Wasserstand könnten diese aber erheblich weniger Fracht transportieren. „Das bedeutet: Frachtraum auf Schiffen ist knapp.“ Dies erschwere auch den Transport von Kohle und Öl auf dem Rhein. „Da muss dann viel über Straße und Schiene laufen.“

          Nach Einschätzung des Ökonomen Stefan Kooths vom Institut für Weltwirtschaft in Kiel sind die wirtschaftlichen Folgen des Rheinniedrigwassers schmerzhaft. Berechnungen zu den Folgen des Niedrigwassers 2018 hätten gezeigt, dass die Industrieproduktion um etwa ein Prozent abnimmt, wenn der Pegel Kaub unter 78 Zentimeter für einen Zeitraum von 30 Tagen sinke. In der Spitze sei die Industrieproduktion damals um etwa 1,5 Prozent gedrückt worden. Auf Jahressicht dürfte das Niedrigwasser 2018 insgesamt 0,4 Prozent an Wirtschaftsleistung gekostet haben. „Allerdings ist die damalige Situation nicht eins zu eins auf heute übertragbar“, erklärte der Wissenschaftler. So sei die „Fallhöhe“ für die Industrieproduktion damals viel größer gewesen.

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