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Undurchsichtige Kontomodelle : Niedrige Zinsen, versteckte Kosten

Kostenpunkt: Mit der Karte der einen Bank bei einem anderen Institut Geld abzuheben, zieht in vielen Fällen Gebühren nach sich Bild: Kerstin Papon

Die anhaltenden Magerzinsen schmerzen Banken, denn sie schmälern die Erträge. Die Folge: Viele Kreditinstitute verlangen höhere Gebühren. Und manche lassen sich undurchsichtige Kontomodelle einfallen.

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          Den Banken brechen die Erträge weg, und deshalb erhöhen immer mehr Geldhäuser die Kontogebühren. Eine Umfrage des Verbraucherportals Biallo unter 1300 Banken in Deutschland hat kürzlich ergeben, dass rund 400 Geldhäuser allein in diesem Jahr bereits ihre Preise für Girokonten erhöht haben, im Mittel um 30 Prozent.

          Daniel Schleidt

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Den Instituten bleibt häufig kaum etwas anderes übrig. Lange verdienten sie gut daran, dass sie mehr Zinsen für Kredite kassierten, als sie Sparkunden auf deren Einlagen zahlten. Doch die Zeiten üppiger Zinsüberschüsse sind vorbei. Viele Experten sprechen davon, die Phase niedriger Zinsen könne noch Jahre dauern.

          Undurchsichtige Kontomodelle

          Dass Banken auf die anhaltende Niedrigzinsphase reagieren, ist nachvollziehbar. Und dass ein Konto nicht gratis sein muss, ebenso. Aus Verbrauchersicht wenig akzeptabel jedoch ist, dass viele, auch seriöse Häuser mit undurchsichtigen Kontomodellen und mit versteckten Gebühren arbeiten, etwa für das Abheben von Bargeld am Schalter.

          Dass Banken in diesen Zeiten ihr Geschäftsmodell anpassen müssen, ist betriebswirtschaftlich geboten. Und die Biallo-Umfrage zeigt, dass sie zu diesem Mittel auch greifen. Deshalb ist eine Prognose nicht allzu gewagt: Das Ende der Gebührenspirale ist noch lange nicht erreicht.

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