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Nicht auf der Messe vertreten : Höchster Porzellan setzt auf Internet und Russland

In diesem Jahr nicht auf der Messe zu finden: die Höchster Porzellan-Manufaktur Bild: Wonge Bergmann

Die Höchster Porzellan-Manufaktur bleibt der Frühjahrsmesse Ambiente in diesem Jahr fern. Das Frankfurter Unternehmen setzt auf ein neues Online-Angebot im Sommer.

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          Auch wenn die Konsumgüterwelt sich in diesen Tagen in Frankfurt trifft, macht es Jörg Köster wie die Konkurrenten aus Sachsen und aus der Hauptstadt. Seine Höchster Porzellan-Manufaktur präsentiert sich dieses Mal nicht auf der Messe Ambiente. Gleiches gilt für Meißener Porzellan und für die Königliche Porzellan-Manufaktur. Doch im nächsten Frühjahr will Köster auf der Leitmesse „groß herauskommen“, wie er sagt – mit Höchster Porzellan, nicht zuletzt aber auch mit Produkten der Marke Hummel, die er vor zwei Jahren gekauft hat. Zuvor möchte der geschäftsführende Gesellschafter jedoch noch an der jeweiligen Unternehmensstrategie feilen.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Köster setzt auf „Individualisierung“, wie er es nennt. Dahinter steckt die Idee, nicht nur mit einem vom Unternehmen vorgegebenen Sortiment aufzuwarten. Vielmehr sollen Kunden sich Porzellan nach ihren Geschmack fertigen lassen können. „Wir sehen, dass da ein Bedarf am Markt ist“, sagt er. Diesen Bedarf will Köster unter dem Stichwort „Create your Porcelain“ bedienen. Kunden werden anhand gewisser Dekore und bestimmter Farben persönliche Entwürfe zusammenstellen können, die auf Porzellan aufgetragen werden. Das alles wird die Manufaktur über ihre Internetseite ermöglichen, wie Köster erläutert.

          „Konsumige Preislage“

          Er stellt eine „konsumige Preislage“ in Aussicht. „Sonst könnten wir es im Internet nicht kommunizieren“, sagt er. Unter „konsumig“ versteht er etwa 30 Euro für eine Tasse mit Untertasse. Im Sommer will das Unternehmen mit diesem Angebot online gehen. Bis dahin sei noch eine Menge Programmierarbeit nötig.

          Parallel zu dieser Aufbauarbeit hat die Höchster Manufaktur die Service-Linie „Pure Platinum“ auf den Markt gebracht. Ihre Maler interpretieren traditionelle Dekore neu. Zu diesem Zweck bringen sie Platin auf weißem Porzellan auf. „Das ist alles Handarbeit, nichts wird gedruckt“, wie der Chef erläutert. Die neue Linie schließt nach seinen Worten an die Serie „Golden Romance“ an, für die ebenso weißes Porzellan mit einer Edelmetallauflage versehen wurde, nur eben mit Gold. Neu ist ebenso eine Spielart der traditionellen türkischen Musikantenfiguren. Für eine Sonderserie hat das Unternehmen nun Figuren aus blauem Porzellan und Platin gestaltet.

          Zusammenarbeit mit Künstlern aus Russland ausweiten

          Ausweiten will die Manufaktur laut Köster die vor gut drei Jahren begonnene Zusammenarbeit mit Künstlern aus Russland. Nach ihren Entwürfen fertigt der 30 Mitarbeiter zählende Betrieb Skulpturen sowie Bilder auf Porzellan.

          Wie viel Geld er mit solchen Auftragsarbeiten verdient, verrät Köster nicht. Auch behält er die Höhe der Jahreserlöse seit 2008 für sich. Zuvor hatte sein Betrieb rund 3,7 Millionen Euro umgesetzt und etwa 200 000 Euro verdient. Zuletzt haben sich die Verkäufe wieder belebt, wie er sagt.

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