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Neue Scheine : Wo bleiben die Zehner?

  • -Aktualisiert am

Rarität: Der neue Zehn-Euro-Schein ist noch selten in Natur zu sehen. Bild: Fricke, Helmut

Zwei Wochen nach ihrer Einführung sind die neuen Zehn-Euro-Scheine noch kaum zu sehen, selbst Geldautomaten geben noch die alten aus.

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          Eine smaragdgrüne Zehn, Europas Antlitz im Hologramm, fühlbare Seitenstreifen am Rand – über die Sicherheitsmerkmale der neuen Zehn-Euro-Scheine war schon viel zu lesen. Allein die praktische Erfahrung fehlt vielen Bürgern noch, auch wenn die neue Serie schon vor zwei Wochen in Umlauf gebracht wurde. Wer dieser Tage zum Beispiel bei der Commerzbank oder der Taunus-Sparkasse Geld abhebt, erhält in vielen Fällen noch immer nur alte Zehner. Und auch beim Wechselgeld an der Supermarktkasse und beim Bäcker ist der Neue noch eine Seltenheit.

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Was ist da los? Ein Sprecher der Taunus-Sparkasse erläutert, das Geld werde je nach dem Bedarf und den Bestellungen der einzelnen Filialen ausgegeben. Wo noch die alten Scheine im Automaten sind, kommen eben die noch aus dem Schlitz. Er spricht von einem „fliegenden Wechsel“. Er gehe davon aus, dass ein Großteil der Bürger innerhalb eines Monats mit dem neuen Geld in Berührung komme. Am Schalter kann jeder auch schon die neuen Scheine erhalten. Einige Kunden wollten sich nach den Worten des Sprechers gar nicht gedulden: Sie standen gleich am ersten Tag an den Kassen der Filialen und verlangten explizit nach dem neuen Zehner.

          Noch 15 Milliarden alte Scheine im Umlauf

          Manche Banken bestellen aber neben der neuen Version sogar noch ausdrücklich die Scheine der alten Serie, wie es bei der Bundesbank heißt. Die Notenbank ist für den Druck und die Verteilung der neuen Scheine verantwortlich. So kommen die Neuen natürlich erst nach und nach in die Geldautomaten. Die schrittweise Einführung ist den Notenbankern aber sogar ganz recht. Der Rücklauf der ersten Serie von Euro-Banknoten, von denen noch rund 15 Milliarden Scheine im Umlauf sind, sei so organisatorisch, logistisch und produktionstechnisch leichter zu bewältigen, sagt ein Sprecher.

          Anders als bei der Umstellung der Fünf-Euro-Noten vor einem Jahr ist von größeren Schwierigkeiten etwa an Bahnkartenautomaten dieses Mal allerdings nichts zu hören. Offenbar zahlt es sich aus, dass die Bundesbank dieses Mal schon früher mit den Automatenherstellern zusammengearbeitet hat und diese so genug Vorbereitungszeit für die Umstellung hatten. Wer einen Fahrschein am Automaten im Hauptbahnhof bezahlt, als Student seine Goethe-Card mit Bargeld auflädt oder im Skyline-Plaza sein Parkticket einlöst, kann problemlos mit den neuen Zehnern zahlen. Zwar haben die Berliner Verkehrsbetriebe vermeldet, dass erst Mitte November alle Fahrscheinautomaten umgerüstet sind; bislang ist dies nur bei gut einem Drittel der Fall.

          Die Deutsche Bahn und der Rhein-Main-Verkehrsverbund haben nach eigenem Bekunden aber keine Schwierigkeiten zu vermelden. „Alle Automaten funktionieren“, sagt ein Sprecher der Deutschen Bahn für das Gebiet Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland.

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