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Bauprojekt in Offenbach : Nicht tragisch – falls gebaut wird

Sollte eigentlich schon 2022 abgeschlossen sein: Das Projekt „Vitopia“ am Kaiserlei in Offenbach. Bild: Simulation Eike Becker Architekten

In Offenbach sind zahlreiche Bauprojekte, durch die Wohnungen zu günstigen Preisen entstehen sollen, trotz Pandemie gut vorankommen. Doch nun ist die Nassauische Heimstätte aus dem Projekt „Vitopia Campus“ ausgestiegen.

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          An Nachrichten, die Sorge bereiten müssen, gibt es derzeit auch in Offenbach keinen Mangel. Der Kampf gegen Corona zehrt eigentlich mehr als genug an den Kräften. Umso beruhigender ist bislang die Tatsache gewesen, dass die zahlreichen Bauprojekte in der Stadt, durch die etliche der so dringend benötigten Wohnungen zu günstigen Preisen entstehen sollen, trotz Pandemie gut vorankommen – von den üblichen Verzögerungen im Verlauf großer Projekte einmal abgesehen.

          Doch nun die Nachricht, dass die mehrheitlich landeseigene Nassauische Heimstätte aus dem spektakulären Projekt „Vitopia Campus“ am Offenbacher Kaiserlei aussteigt. 205 Wohnungen sollten dort neben den Siemenstürmen entstehen, 35 davon Sozialwohnungen. Allesamt braucht das schnell wachsende Offenbach dringend. Eine Stellungnahme der Consus AG, die die vorher verantwortliche CG Gruppe von dem schillernden Immobilienunternehmer Christoph Gröner gekauft hat, war zunächst nicht zu bekommen.

          Vertrauen erschüttert

          Der Stadt Offenbach hat man jedoch nach Auskunft des Offenbacher Oberbürgermeisters versichert, dass das alles kein Problem sei und man die Wohnungen selbst übernehme, sie würden auf jeden Fall gebaut wie vorgesehen. Immerhin. Allerdings spricht die Tatsache, dass die Nassauische Heimstätte sich komplett von dem Projekt verabschiedet, dafür, dass da mehr schiefgelaufen ist als die bei Projekten mit einem solchen Volumen nicht außergewöhnlichen Verzögerungen. Nähere Auskünfte will auch die Nassauische Heimstätte nicht geben.

          Dennoch scheint das Vertrauen erheblich erschüttert. Überstürzt oder leichtfertig hat sich die Nassauische Heimstätte gewiss nicht zurückgezogen. Auch deshalb nicht, weil sie immer mit dem ausdrücklichen Auftrag des Landes aktiv ist, für mehr Wohnraum zu vergleichsweise günstigen Mieten zu sorgen.

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          Das gilt auch für Offenbach, wo das Unternehmen nur einen Steinwurf vom „Vitopia Campus“ entfernt gerade das Goethequartier mit 327 Wohnungen fertigstellt – ohne Schwierigkeiten. Man kann im Sinne Offenbachs nur hoffen, dass das Projekt der Berliner Consus AG, das eigentlich schon 2022 abgeschlossen sein sollte, tatsächlich 2024 fertig werden kann und Offenbach wieder gut 200 wichtige Wohnungen dazugewonnen haben wird.

          Jochen Remmert

          Flughafenredakteur und Korrespondent Rhein-Main-Süd.

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