https://www.faz.net/-gzg-a43va

Bio-Schweinehaltung : „Am Ende geht es immer um Verantwortung“

Dem Tierwohl verpflichtet: Werner Etzel will, dass seine Schweine sich sauwohl fühlen, bis sie auf dem Teller landen. Bild: Helmut Fricke

Die Nachfrage nach Bio-Fleisch ist durch die Corona-Krise stark gestiegen. Daran ändert selbst die Schweinepest nichts – dennoch fürchtet Bauer Werner Etzel sie sehr.

          3 Min.

          Im Hofladen von Bauer Etzel liegen fein säuberlich eingeschweißt Rinderrouladen, Bratenstücke und Filets. Beate Illbruck bezieht sie von ihrem Bruder Werner Etzel. Der hat vor knapp 20 Jahren die Rinderaufzucht von seinem Vater Paul Erich Etzel, einem Pionier der Bio-Landwirtschaft, übernommen. Und hat das Portfolio des Hofs um einen Mastbetrieb für zertifizierte Bio-Schweine ergänzt. 1500 Tiere stehen in seinen Ställen auf einem Hügel oberhalb von Wehrheim im Taunus. Jeweils 50 in einer großen Box mit Fenstern, dicker Strohschicht am Boden und Auslauf im Freien. Die jungen Sauen und kastrierten Eber hier haben im Schnitt etwa 4,5 Quadratmeter Platz je Tier, das sei vier- bis fünfmal so viel wie in der konventionellen Haltung, sagt Etzel. Die größten Tiere sind etwa 40 Wochen alt. Sie werden nicht mehr lange auf dem Hof bleiben. Ein Teil komme über einen Schlachtbetrieb im wenige Kilometer entfernten Usingen wieder in den Hofladen oder gehe an Gastronomen in der Umgebung.

          Patricia Andreae

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Den meisten der Schweine aber bleibt das Schicksal ihrer konventionell gemästeten Artgenossen nicht erspart. Sie gehen per Lkw in eine Großschlachterei ins mehr als 300 Kilometer entfernte Coesfeld. Dort werden sie geschlachtet, zerlegt und abgepackt, um dann in den Kühlregalen von Edeka zu landen. Der Abnahmevertrag mit der Supermarktkette ist die Basis für Werner Etzels Geschäft. Die Abhängigkeit von einem großen Vermarkter nennt er „Klumpenrisiko“, doch Sorgen bereitet es ihm nicht.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Wohnträume wie dieser haben zwar nichts mit der Realität des Durchschnittsbürgers zu tun, werden aber in Magazinen gern inszeniert.

          Wie Corona das Wohnen ändert : Zeiten der Abschottung

          Ob man sich vor Corona schützen kann, ist auch eine Platzfrage. Während sich die einen in ihren Domizilen verschanzen, fällt den anderen die Decke auf den Kopf. Wir müssen Wohnen neu denken.