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Flatex-Mutter Fintech Group : Zackig seitwärts mit Luft nach oben

Ausblick: Fintech-Group-Chef Frank Niehage (links) am Firmensitz mit Hessens Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir Bild: Wolfgang Eilmes

Mit seinem Online-Broker Flatex gewinnt die Fintech Group weiter viele Kunden. Nun will Flatex sich auch in Holland etablieren. Der Vorstand hebt die Prognose für die Marge an. Analysten sehen viel Kurspotential.

          Bisweilen ist eine Marke viel bekannter als das Unternehmen dahinter. Das gilt zum Beispiel für die Frankfurter Fintech Group. Dieser Finanzdienstleister mit Sitz am schicken Westhafen dürfte nur Branchenkennern etwas sagen. Der zu der Firma gehörende Wertpapier-Händler Flatex ist dagegen breiter bekannt. Hat er doch schon vor einige Jahren zum Beispiel im Fernsehen mit seinen Discount-Tarifen geworben.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das zieht: Längst zählt Flatex in Deutschland und Österreich weit mehr als 200.000 Kunden. Seit Anfang Januar sind mehr als 14.500 Neukunden hinzu gekommen, wie der Finanzdienstleister gerade berichtet hat.

          „Noch wichtiger als die reine Neukundenzahl ist jedoch, dass das Transaktionsverhalten der Neukunden weiterhin hoch ist. Trotz eines deutlich weniger volatilen Jahresbeginns als 2018 sind überdurchschnittliche Transaktionszahlen zu verzeichnen“, wird Vorstandschef Frank Niehage zitiert.

          Margen-Ziel angehoben

          Nun steht Flatex nach Angaben des Vorstands vor dem Markteintritt in den Niederlanden. In diesem Jahr strebt die Marke dort mindestens 20.000 Kunden an. Außerdem kommt der Online-Broker beim Vertrieb bestimmter Wertpapiere gut voran, die an der Börse wie Aktien gehandelt werden und bestimmte Indizes abbilden sollen. Flatex bietet auch und gerade Zertifikate und Optionsscheine an. Partner sind etwa die Großbanken BNP Paribas, Goldman Sachs und Vontobel.

          Vor diesem Hintergrund hat der Vorstand seine Prognose für die Gewinnspanne angehoben. Demnach will die Fintech Group zum Jahresende eine Marge von 29 Prozent ausweisen; bisher war von 27 Prozent diese Rede gewesen. Diese Marge bemisst sich am Verhältnis des Gewinns vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen zum Umsatz.

          Berg- und Talfahrt an der Börse

          Dass es mit der Fintech Group an der Börse nicht nur aufwärts geht, wissen die Anteilseigner. Zwar steht ein Plus von 280 Prozent seit Mitte 2014 zu Buche. Aber binnen Jahresfrist hat die Aktie rund 40 Prozent verloren und läuft seit Wochen zackig seitwärts. Der kurzfristige Trend zeigt aber nach oben. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 17 ist die Aktie moderat bewertet.

          FINTECH GROUP AG NA O.N.

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          Für Freude der Charttechnik dürfte wichtig sein, dass die Aktie noch deutlichen Abstand zur 200-Tagelinie hat; sie verläuft knapp oberhalb von 22 Euro. Die Aktie nähert sich aber von unten. Sollte sie die Linie durchstoßen, wäre das aus Sicht von Charttechnikern ein ermutigendes Signal.

          Analyst Marius Fuhrberg von Warburg Research ist für die Aktie positiv gestimmt, wie er im Gespräch mit FAZ.NET sagte. Gerade schwankungsanfällige Märkte wie in diesen Wochen spielten Flatex in die Karten. Denn in solchen Zeiten handelten viele Wertpapierbesitzer öfter als sonst. Genau damit verdiene Flatex sein Geld. Die Expansion nach Holland sei ebenfalls positiv.

          „Ich glaube, dass die Company insgesamt ein sehr gutes Konzept hat“, meint Fuhrberg. Sie verfüge über ein gutes Nutzerwachstum und die Kunden handelten rege. Das Kursziel hat Fuhrberg bei 37 Euro gesetzt. Das gleiche Kursziel hat zuletzt die Privatbank Hauck & Aufhäuser genannt. Derzeit kostet die Aktie etwas mehr als 20 Euro.

           

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