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Nach Dresdner-Übernahme : Zehntausende Quadratmeter freie Bürofläche

Ob die Dresdner Bank ihren „Silberturm” halten wird, ist in Maklerkreisen umstritten Bild: dpa

Die Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank wird sich deutlich auf den Frankfurter Immobilienmarkt auswirken. Sollte sich die Bank von ihrem Silberturm trennen, wäre das „ein Segen“ für den Markt, wie es in Maklerkreisen heißt.

          Nach Einschätzung von Frankfurter Immobilienmaklern wird die Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank dazu führen, dass mehrere zehntausend Quadratmeter an attraktiver Bürofläche in Innenstadtlage frei werden. Wie ein Makler sagte, würden die guten und schlechten Flächen zunächst gegeneinander aufgewogen. So werde die Bank seiner Ansicht nach an dem Büroturm der Dresdner Bank, Gallileo, bei dem es sich um ein „Spitzenobjekt“ handle, festhalten. Ob der zweite Turm der Bank, das sanierungsbedürftige, als Silberturm bekannte Jürgen-Ponto-Hochhaus, allerdings gehalten werde, versah der Makler mit einem „Fragezeichen“. Sollte sich das Finanzunternehmen von solchen Flächen trennen, wäre dies seiner Einschätzung nach „ein Segen“ für den Frankfurter Immobilienmarkt, auf dem trotz einer hohen Leerstandsquote gute Büroflächen traditionell begehrt sind.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Der Frankfurter Niederlassungsleiter des Immobilienberatungsunternehmens CB Richard Ellis, Carsten Ape, geht davon aus, dass die Bankenfusion den hiesigen Büromarkt nicht dramatisch verändern wird. Sollte sich die Bank von einem der Bürotürme trennen, gäbe es mit Sicherheit eine große Nachfrage. „Einen solchen Turm bekommen sie immer vermietet.“ Gerade große zusammenhängende Büroflächen seien in Innenstadtlage selten. Kleinere Flächen im Back-Office-Bereich seien hingegen schwieriger zu vermieten.

          Bank hält an Silberturm-Sanierung fest

          Die etwa 6000 Mitarbeiter der Zentrale der Dresdner Bank sind in Frankfurt auf sechs Gebäudekomplexe verteilt. Im Bahnhofsviertel stehen die beiden Türme Gallileo und der Silberturm, deren Eigentümer die Bank auch ist. An den übrigen Standorten sind die Immobilien angemietet. Dazu gehören zentrale Einheiten und die Leitung des Privatkundengeschäfts an Weser- und Windmühlstraße und das Investmentbanking, das in der Immobilie Estrella in Bockenheim untergebracht ist. Der repräsentative Fürstenhof im Bankenviertel beherbergt die Frankfurter Standortleitung und ist langfristig an die Bank vermietet. Service- und Back-office-Abteilungen liegen im Gallus an der Lahnstraße.

          Wie der regionale Sprecher des Unternehmens, Erich Reiter, sagte, halte die Bank an der Modernisierung des Silberturms fest. Die markante silberne Fassade solle aufpoliert werden. Schon im Mai waren Gerüchte über einen möglichen Verkauf des Gebäudes öffentlich geworden, die von der Bank aber dementiert wurden. Damals hieß es, dass die 1850 Mitarbeiter bis Ende des Jahres das Gebäude wegen der anstehenden Sanierung verlassen sollten. Reiter sagte weiter, es sei „recht wahrscheinlich“, dass dort, wo Filialen beider Banken benachbart liegen, auf Zweigstellen verzichtet werde. Die Dresdner Bank hat 16 Filialen im Stadtgebiet, die Commerzbank elf.

          Aus Sicht der Commerzbank kommt eine Spekulation über die einzelnen Standorte „arg früh“, wie eine Sprecherin sagte. Die Bank hat etwa ein Dutzend Konzernstandorte, darunter den Commerzbank-Tower und das Dienstleistungszentrum an der Mainzer Landstraße, wo auch der Händlersaal liegt. Bis die Übernahme Ende 2009 rechtlich abgeschlossen ist, werden sämtliche Standorte wohl gehalten.

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