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Premiere 2020 : „Home of Drums“ soll leidende Musikmesse beleben

Immer druff auf die Felle: Schlagzeuger auf der Musikmesse in Frankfurt Bild: dpa

Seit Jahren kommen immer weniger Besucher zur Musikmesse nach Frankfurt. Das Management hat einiges probiert, diesen Trend umzukehren. Nun soll es das „Home of Drums“ richten.

          Mit einem neuen Angebot will die Frankfurter Musikmesse im nächsten Jahr mehr von sich reden machen. „Home of Drums“ heißt es und richtet sich an musikbegeisterte Endkunden. Eine sogenannte Spielwiese der Drummer-Szene stellt die Messegesellschaft als Veranstalter in Aussicht.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Dieses Angebot kommt nicht von ungefähr. Wer sich mit Musikern über die Musikmesse in Frankfurt unterhält, blickt zwar vielfach in glänzende Augen. Dies aber vornehmlich in Gesprächen zu früheren Jahren. Jenen Zeiten, in denen große Gitarrenhersteller wie Fender und Gibson sozusagen noch zum Inventar gehörten. Die Schau galt als Branchentreffen schlechthin und zog wahre Massen an Musikfans an. Doch die Messe leidet.

          Weniger Besucher und Aussteller

          Das lässt sich an Zahlen ablesen. Der unerfreuliche Dreisatz geht so: 100.000 – 90.000 – 85.000. Er beschreibt den Verlust an Besuchern, den die Frankfurter Musikmesse in den vergangenen Jahren zu beklagen hatte.

          Außerdem kommen immer weniger Aussteller zu der Schau. Selbst Instrumentenbauer, die eingefleischte Fans der Veranstaltung sind, bleiben ihr mittlerweile fern. Einer von ihnen stellt stattdessen auf der Namm-Show in Amerika aus - trotz höherer Kosten. Die Änderung, die Musikmesse und die Technikschau Prolight & Sound dieses Jahr an vier Tagen parallel laufen zu lassen, hat augenscheinlich den Abwärtstrend nicht gestoppt. Gleiches gilt für den Versuch, das Publikum von Fachbesuchern zu trennen. Da ist der Aufschwung beim begleitenden Festival ein schwacher Trost. Rund 25.000 Gäste kamen dieses Jahr, 5000 mehr als im Vorjahr.

          „Community-Hub“ geplant

          Im nächsten Jahr feiert die Musikmesse, die erstmals 1980 stattfand, ihr 40. Jubiläum. Im Jubeljahr abermals einen Besucherrückgang zu erleiden, wäre die falsche Nachricht. Das „Home of Drums“ soll es richten helfen. Als „Community-Hub“ kündigt die Messe Frankfurt als Veranstalter diese Neuerung für Schlagzeuger und Percussionisten an. Sie verspricht in bestem Denglisch ein „innovatives Meet-up-Konzept“.

          „Home of Drums vereint Produktpräsentationen, Wissenstransfer, Konzerte sowie Performances und gibt Besuchern die Gelegenheit zum Fachsimpeln mit Profis“, kündigt die Messegesellschaft an. Anders als im Gitarren-Segment kann sie auch mit großen Namen locken. Hersteller wie Gretsch, Paiste, Pearl, Sonor und Zildjian haben den Angaben zufolge angemeldet.

          Beide Schauen räumlich getrennt

          Für das „Home of Drums“ arbeitet die Messe mit der Onlinelessons.tv GmbH zusammen. Es soll an zwei Messetagen offen stehen. Geplant sind der 3. und 4. April. Die Musikmesse ist vom 1. bis 4. April terminiert und wird zeitlich wie räumlich wieder von der Technikschau getrennt. Die Messegesellschaft reagiere auf das volatile Umfeld, erläuterte ein Sprecher auf Anfrage.

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