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Moralisch korrekter Computer : Der Hamster gehört nicht in den Toaster

Fast so gut wie Mensch? An der TU Darmstadt haben Wissenschaftler einem Computer einfache moralische Regeln beigebracht. Bild: Picture-Alliance

Forscher der Technischen Universität Darmstadt haben einem Computer einfache moralische Regeln beigebracht. Legen bald Maschinen fest, was gut ist und was schlecht?

          4 Min.

          Es ist besser, eine Scheibe Brot zu toasten als einen Hamster. Es ist auch empfehlenswerter, seine Eltern zu lieben, als eine Bank zu überfallen. Und Zeit darf man totschlagen, Menschen aber nicht. Gelangt ein Kind zu solchen Einsichten, wird man es deswegen nicht für hochbegabt halten. Für einen Computer dagegen sind derartige Abwägungen schon beachtlich. Kristian Kersting und Constantin Rothkopf haben ihrem Rechner Moral beigebracht. Wenn man denn die Bereitschaft, einem Hamster das Getoastetwerden zu ersparen, so nennen will. Den beiden Professoren vom Centre for Cognitive Science der TU Darmstadt ist etwas gelungen, was bei manchem Technikskeptiker die Angst vor einer nahenden Maschinen-Diktatur nähren dürfte: Mit ihrem Team entwickelten sie eine Software, die auf ethische Fragen mit „Ja“ oder „Nein“ antworten und die Stärke dieser Aussagen auch abstufen kann.

          Sascha Zoske
          Blattmacher in der Rhein-Main-Zeitung.

          Ausgangspunkt für die Arbeit der Forscher war eine unangenehme Erkenntnis, zu der Kollegen aus England und den Vereinigten Staaten gelangt sind: Lernfähige Computerprogramme, Künstliche Intelligenz genannt, können sich menschliche Vorurteile aneignen. Sie saugen sie aus den gigantischen Informationsmengen, mit denen sie von ihren Schöpfern gefüttert werden. Die Software stellt mathematische Verbindungen zwischen Wörtern her und erfasst dadurch deren semantische Nähe. Das führt zu formalen Schlüssen wie „König minus Mann plus Frau gleich Königin“. Aber auch zu „Mann minus Technik plus Kunst gleich Frau“. Aus zahllosen Texten, die jahrhundertealte Rollenbilder widerspiegeln, hat der Computer gefolgert, dass Frauen mehr den schönen Dingen zugeneigt seien als den komplizierten.

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