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Möbelhandel : Ikea eröffnet in Frankfurt später als geplant

Ikea Deutschland hat zuletzt den Umsatz um fast sieben Prozent gesteigert und stellt weiter ein Bild: REUTERS

Ikea verrät weiter nicht, wann genau die Filiale in Frankfurt eröffnen wird. Eine „kleine Bauverzögerung“ ist der Grund. Dagegen ist klar: Von Februar an gibt der Möbelhändler, der Personal sucht, die Mehrwertsteuerhöhung weiter.

          Ikea verrät weiter nicht, an welchem Tag die Filiale im Frankfurter Stadtteil Nieder-Eschbach eröffnen wird. Die Geschäftsführerin von Ikea Deutschland, Petra Hesser, konnte auch auf Nachfrage keinen genauen Termin nennen. Der Grund ist „eine kleine Bauverzögerung von ein bis zwei Wochen“, wie sie bei der Bilanzpressekonferenz gestern in Frankfurt sagte. So lautet die Zielvorgabe nach wie vor „Frühjahr 2007“.

          Thorsten Winter

          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Dagegen ist klar, wie der Möbelhändler mit der Mehrwertsteuer verfahren wird. „Als Niedrigpreis-Unternehmen können wir die drei Prozent Erhöhung nicht einfach kompensieren“, sagte Hesser. Deshalb wird Ikea die meisten Artikel um drei Prozent verteuern. Allerdings erst zum Februar: Im Januar wartet das Unternehmen traditionell mit Preisaktionen auf. Einerseits Waren billiger anzubieten und andererseits die Mehrwertsteuer hinzuzurechen, würde Kunden verwirren.

          Erwünschte Kannibalisierung

          Den höheren Steuersatz im ersten Monat nicht weiterzugeben, gehe zu Lasten des Ergebnisses, das zuletzt zufriedenstellend ausgefallen sei. Die Höhe des Gewinns beziffert Ikea nicht. Den Umsatz dagegen schon: In dem Ende August abgelaufenen Geschäftsjahr 2005/06 hat der Konzern hierzulande 2,95 Milliarden Euro erlöst, das war ein Plus von 6,7 Prozent. Die Hälfte des Zuwachses entfiel auf neue Häuser.

          Chefin von 12.444 Mitarbeitern von Ikea Deutschland: Petra Hesser

          Wie Hesser durchblicken ließ, plant der Konzern kein weiteres Haus im Rhein-Main-Gebiet. Mit der Filiale in Frankfurt erziele er „eine gute Abdeckung“ in der Region. Hesser rechnet infolge dieser Neueröffnung mit sinkenden Umsätzen in den Ikea-Märkten in Hanau und Wallau. Diese Kannibalisierung sei aber durchaus gewünscht: „Wenn wir ein drittes Haus im Rhein-Main-Gebiet eröffnen, dann auch, weil wir andere Häuser entlasten wollen.“ Besonders in Wallau klagten Kunden immer wieder über zuviel Betrieb. Manche führen diesen Markt deshalb nicht mehr an, weil ihnen ein Besuch erklärtermaßen zuviel Energie koste.

          „Es muß aber Spaß machen, zu Ikea zu fahren“, meint Hesser. Schließlich wolle das Unternehmen ein Einkaufserlebnis bieten. „Wenn jemand aber ein Problem hat, schnell einen Parkplatz zu finden, kann das auf Dauer gegen uns arbeiten“, hob sie hervor. Angesichts dessen nehme Ikea weniger Umsatz in den bestehenden Häusern in Kauf, um dort das Einkaufserlebnis wieder zu verbessern. Gleichsam hoffe der Möbelhändler allerdings auch, neue Kunden unter jenen Menschen in der Region zu gewinnen, die weder nach Wallau noch nach Hanau fahren.

          Mehr Personal geplant

          Wenn infolge sinkender Erlöse an beiden Orten weniger Mitarbeiter als derzeit benötigt werden sollten, werde Ikea diesen Beschäftigten andere Arbeitsplätze anbieten - vorzugsweise in Frankfurt. Dies habe für Ikea den Vorteil, diese Mitarbeiter nicht erst einarbeiten zu müssen. Und den Beschäftigten bliebe eine Stelle in der Region erhalten.

          Dessenungachtet plant Ikea nach den Worten Hessers grundsätzlich, auch im laufenden Geschäftsjahr 2006/07 unter dem Strich wieder Personal einzustellen. Zuletzt zählte der Konzern in 39 Filialen in Deutschland gut 12.440 Mitarbeiter, das waren rund 800 mehr als vor Jahresfrist. 62 Prozent der Belegschaft sind Frauen. 43 Prozent der Beschäftigten arbeiten Vollzeit. Ikea versuche, bei den Arbeitszeiten auf individuelle Wünsche einzugehen. So gebe es derzeit etwa 80 verschiedene Arbeitszeitregelungen. Wenn es Personal einstelle, verpflichte der Konzern auch ältere Mitarbeiter, „weil das auch unsere Kunden sind“. Derzeit stellten Frauen und Männer über 50 Jahre gut zwölf Prozent der Belegschaft.

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