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Klarna und Anleger-Portale : Fintech-Boom in der Provinz

Zulage: Zahlungsdienstleister Klarna will in Gießen für seinen Tech Hub von gut 100 Beschäftigten auf 500 aufstocken Bild: Albermann, Martin

Mit jungen Finanz-Firmen macht Mittelhessen dem Bankenplatz Frankfurt zunehmend Konkurrenz. So plant Klarna in Gießen 400 neue Arbeitsplätze. Und in Marburg sitzen Fintechs, von denen Sparer profitieren können.

          3 Min.

          Es waren einmal zwei Jungs aus dem Gießener Raum, die hatten keine Lust darauf, Supermarktregale zu bestücken. Doch erkannten sie früh das seinerzeit noch junge Internet als Verdienstquelle und riefen den Onlinedienst www.referate.de ins Leben. Später als Studenten an der Technischen Hochschule verlegten sie sich auf Onlineshops und merkten schnell: Verkäufe per Vorkasse, Lastschrift oder Rechnung abzuwickeln hat entweder Nachteile für den Käufer oder den Lieferanten. Ob der Kunde die Rechnung begleicht, weiß der Verkäufer nicht. Der Kunde ist andererseits der Dumme, falls er die bezahlte Ware nicht erhält. So kamen Dirk Rudolf und Mitstreiter wie Christoph Klein auf die Idee, die Vorkasse zu automatisieren und einen Dienst als Mittler zwischen Verkäufer und Kunde zu gründen. Sie programmierten ein Online-Zahlungssystem namens Sofortüberweisung und gründeten die Sofort GmbH.

          Thorsten Winter
          Wirtschaftsredakteur und Internetkoordinator in der Rhein-Main-Zeitung.

          Das war 2005 und der Begriff Fintech als Kürzel für Finanztechnologie-Firma nur Experten ein Begriff. Was die jungen Männer noch nicht wissen konnten: wie viel Potential ihre Geschäftsidee einmal entfalten wird, nicht zuletzt für neue Arbeitsplätze in ihrer Heimat. Zwar rückt sich gerne Frankfurt in den Blickpunkt, wenn es um Fintechs geht. Aber heute kann Rudolf sogar sagen: „Keiner weiß, dass von Gießen aus künftig beide führenden Open-Banking-Anbieter operieren.“ Open-Banking ist etwa die Bereitstellung von Kundendaten für Kreditgeber.

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